Tagesschau-App: Marmor sucht Einigung

"Eine Tagesschau-App wird das Geschäft der Verlage nicht beeinträchtigen", sagte NDR-Intendant Lutz Marmor am Samstag bei der Jahrestagung des Netzwerk Recherche in Hamburg. Das Programm sei nicht mehr als ein weiterer Ausspielweg für Inhalte, die man bei der ARD ohnehin produziere. Marmor berichtet, dass die Klage der Verleger das Interesse an der App enorm gesteigert hätte: "Vor der Klage hatten wir 1,7 Millionen Downloads der App, jetzt sind es fast 1,9 Millionen."

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"Wir haben mehr gemeinsames als trennendes”, versucht Marmor den seit Monaten andauernden Streit zwischen Verlegern und der ARD zu beschwichtigen. “Ich würde es begrüßen, wenn die Verleger – bei allen notwendigen Auseinandersetzungen – mit uns gemeinsam versuchen würden, Journalismus und Informationskompetenz im Dienste der Demokratie zu stärken, als gegen uns zu arbeiten", so der NDR-Intendant.

Schon vor einer Woche nahm die ARD während der Intendantensitzung Stellung zur Klage der Verleger. BR-Intendant Ulrich Wilhelm kündigte an, dass man weiterhin eine intensive Zusammenarbeit mit den Verlagen anstrebe. "Es gibt keinen Krieg und keine Schlammschlacht", so Wilhelm. Man habe Verantwortung füreinander und müsse eine Lösung finden, wie eine langfristige Koexistenz aussehen könne.

Auch Piel pflichtete dem bei. "Man kann nicht behaupten, dass eine App des öffentlich-rechtlichen Rundfunks den Markt kaputt macht", sagte Piel mit Verweis auf die zwei Applikationen, die Tagesschau-App und die Sportschau-App. Viele Zeitungen machten auch Fernsehen und würden damit gegen Regeln verstoßen. Für eine riesengroße Expansion im Netz habe man auch schlicht kein Geld, weil es keinen Cent extra gebe für die Web-Angebote. "Wenn wir uns da austoben wollten, hätten wir das längst getan", so Piel.

Gegen die Tagesschau-App klagen acht Zeitungsverlage. Ihrer Ansicht nach gefährde das kostenlose Angebot der gebührenfinanzierten Sender ihr Geschäft. Das Textangebot sei zu umfangreich und aus Verlegersicht nicht sendungsbezogen. "Wäre die Lage bei den Zeitungen nicht so ernst, wäre die Diskussion lächerlich", sagte die WDR-Intendantin.

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