TV-Aus: Barbara Salesch will lieber malen

Sat.1 muss seinen Nachmittag umbauen. Wie der Sender am Freitag mitgeteilt hat, wird Barbara Salesch am Ende des Jahres nach über 12 Jahren ihre Gerichts-Soap beenden. Sie wolle aufhören, wenn es am schönsten ist und sich nun vor allem der Kunst widmen: Die 61-Jährige hat laut Sender ein Malereistudium an der Kunstakademie in Bad Reichenhall aufgenommen und will sich verstärkt um ihre Ausstellungen kümmern. Die Quoten waren in letzter Zeit allerdings auch nicht mehr herausragend.

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Als "Richterin Barbara Salesch" im September 1999 startete, wurde die Reihe schnell zum Quotenhit. Bis zu 3,5 Mio. Leute sahen zwischenzeitlich zu, mit Marktanteilen von bis zu 35,7% war die Sendung einer der größten Hits von Sat.1 und lange Jahre Marktführer auf ihrem Nachmittags-Sendeplatz. 2002 bekam sie zudem den Deutschen Fernsehpreis als "beste tägliche Sendung", was durchaus für Diskussionen und Irritationen sorgte.

Während das Gesamtpublikum auch heute noch gern "Richterin Barbara Salesch" schaut, ist die Luft bei den 14- bis 49-Jährigen aber etwas dünner geworden. Die rund 130 Sendungen des bisherigen Jahres sahen 2,02 Mio., was insgesamt für starke 17,7% reicht. Im jungen Publikum waren es allerdings nur noch 0,48 Mio. bzw. 11,8%. Damit liegt die Reihe zwar noch über dem Sat.1-12-Monatsdurchschnitt von 10,7%, allerdings wohl nicht mehr da, wo Sat.1 gern wäre. Der nun verkündete Abschied könnte daher womöglich der Startschuss für einen größeren Umbau des Sat.1-Nachmittags werden.

Senderchef Andreas Bartl würdigt Salesch in einer Sat.1-Mitteilung: "Mit ihrer liebenswerten und unkonventionellen Art wurde Barbara Salesch zu einem der bekanntesten TV-Gesichter in der deutschen Öffentlichkeit. Im Namen von SAT.1 bedanke ich mich bei Frau Salesch und filmpool für die ausgesprochen tolle Zusammenarbeit – und wünsche unserer ersten TV-Richterin weiterhin alles Gute."

Salesch selbst wird mit den Worten zitiert: "Nach über 12 Jahren habe ich entschieden, dass das ‚Abenteuer‘ Fernsehen Ende des Jahres für mich zu Ende geht. Als ich im Frühjahr 1999 als Vorsitzende Richterin am Landgericht Hamburg angesprochen wurde, ob ich die Sendung machen wolle, schienen mir 100 Folgen schon viel. Dann waren wir irgendwann bei der 1000. Sendung. Im Mai 2011 haben wir die 2000. Sendung gefeiert. Aber man soll gehen, wenn es am Schönsten ist – und genau das tue ich jetzt. Ich danke ganz herzlich allen Zuschauern, meinem Team, unserem Staatsanwalt, unseren Verteidigern und den vielen Darstellern, ohne die dieser Erfolg nicht möglich gewesen wäre. Und ich danke SAT.1 und filmpool, die mir treue Wegbegleiter waren und die großes Verständnis für meine Entscheidung gezeigt haben. Mein letztes Urteil lautet also: Es war eine tolle Zeit."

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