Mario Barth: erst Hit-Garant, dann Ladenhüter

Von Null auf Hundert auf Mittelmaß: Mario Barth legte eine grandiose Karriere hin. Aus dem Nichts witzelte sich der Comedian mit Berliner Schnauze in den deutschen Ulk-Olymp. 2008 stellte er im Berliner Olympia-Stadion mit 70.000 Besuchern einen Rekord auf. Es folgten Werbedeals für Media Markt. Die fetten Jahre scheinen erst einmal vorbei. Tickets für seine Shows werden verramscht. Seine TV-Sendung durchwandert ein Quoten-Tal. Seine Zukunft als prominentes Aushängeschild der Elektronikmarktkette ist ungewiss.

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Mario Barth war Rekord-Komiker. 2008 füllt er das Berliner Olympiastadion. 2009 folgte ein eigener Kinofilm: “Männersache”. Im gleichen Jahr bekam der Berliner von RTL eine eigene Sendung zur Primetime bei RTL. Dazu kommen zwei Bücher, sechs Alben, vier DVDs und sechsmal der Deutsche Comedypreis. Gefolgt von neun Goldenen Schallplatten. Kurzum: Mario Barth war der deutsche Über-Comedian.

Doch offenbar hat sich der Hit-Garant zum Ladenhüter entwickelt. Vor zwei Jahren gestartet lieferte “Willkommen bei Mario Barth” permanent Top-Quoten. Doch die beiden bisherigen Folgen der aktuellen Staffel haben im Durchschnitt 1,38 Mio. 14- bis 49-Jährige gesehen, der Marktanteil lag bei 13,9%. Normal waren für RTL in den vergangenen 12 Monaten 18,6%. Die Show liegt also meilenweit unter den Normalwerten. Die vorige Staffel haben im Winter 2010 noch 2,94 Mio. gesehen (29,0% Marktanteil), allerdings lief sie auch direkt nach dem Megahit "Das Supertalent". Aber auch die beiden Staffeln aus 2009 und 2010, die nicht im Umfeld der Castingshow liefen, waren mit durchschnittlich 17,2% und 18,0% deutlich erfolgreicher als die beiden 2011er-Ausgaben.

Aber nicht nur die Show kriselt. Wie news.de zuvor berichtete, werden offenbar momentan Stehplätze für seinen Auftritt Mitte Juli im Berliner Olympiastadion verramscht. Das Management des Künstlers erklärte gegenüber MEEDIA, dass es sich allerdings um die Aktion eines einzelnen Tickethändlers handelt, auf die man keinen Einfluss habe. Bis zum 10. Juli bietet dieser beim Kauf einer Stehplatzkarte eine zweite gratis an. Auch bei Groupon wurden die Tickets zu Sonderpreisen angeboten. Hierbei handelte es sich laut Management um die Promo-Aktion eines Ticketcenters, das ebenfalls unabhängig agiere.

Seine Zukunft als Testimonial von Media Markt ist noch ungewiss. Momentan bewirbt der Elektronikhändler seine “MediaMarkt vs. Internet”-Kampagne. Auf Anfrage konnten weder die noch für die TV-Kampagne zuständige Agentur Kempertrautmann, noch die die neue Werbeagentur Ogilvy & Mather und die für Media Markt zuständige PR-Agentur redblue Marketing bestätigen, dass Barth auch weiterhin als Testimonial für MediaMarkt zur Verfügung stehen wird.

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