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Frauen-WM: Fotografin darf nicht einreisen

"20elf von seiner schönsten Seite" lautet das Motto der diesjährigen Frauenfußball-WM. Für die iranische Sportfotografin Maryam Majd ist wohl eher das Gegenteil der Fall. Die 25-Jährige wollte bei dem Turnier für einen Bildband recherchieren. Am Vorabend ihrer Reise nach Deutschland wurde sie in Teheran festgenommen. Laut Reporter ohne Grenzen (ROG) sind die Gründe der Verhaftung nicht bekannt. Die Organisation fordert gemeinsam mit dem dju und dem DJV die sofortige Freilassung der Journalistin.

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Laut ROG ist Majd, die im Iran durch ihre Berichte über Frauensport und ihr Engagement für Frauenrechte bekannt wurde, im Haus ihres Vaters festgenommen worden und wird derzeit im Teheraner Gefängnis von Evin festgehalten. Die Sportfotografin wollte auf Einladung der ehemaligen deutschen Nationalspielerin Petra Landers nach Deutschland fliegen, um einen Bildband über die Weltmeisterschaft zu erstellen. Alle erforderlichen Dokumente für die Reise hatte die Reporterin vorgelegt. Auch von der FIFA war Majd für die Spiele der WM akkreditiert gewesen.
"Sportberichterstattung ist kein Verbrechen. Maryam Majd wollte lediglich die Mannschafen der Frauenfußball-WM in Deutschland fotografieren. Die Behörden müssen die Journalistin umgehend freilassen", so ROG, dju und DJV. Auch der Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung meldete sich zu Wort. Der Deutsch-Türkischen Zeitung sagte er, dass die Verhaftung ein weiters "trauriges Beispiel der Einschüchterung und Verfolgung von Frauenrechtsaktivistinnen durch das iranische Regime" sei. Majd müsse mit "allen anderen festgehaltenen Frauenrechtsaktivistinnen" umgehend freigelassen werden.
Im Iran ist es Frauen verboten, Fußballstadien zu betreten, weil sie dort Gewalt und rüden Umgangsformen ausgesetzt werden. Darüber hinaus sind Sportlerinnen verpflichtet, ihren Körper komplett zu bedecken. Majd hatte sich dafür eingesetzt, die Rechte für iranische Frauen im Sport zu stärken.
Mit Majd sind in der Islamischen Republik laut ROG derzeit mindestens 25 Journalisten inhaftiert. Damit ist der Iran nach der Volksrepublik China und Eritrea das größte Gefängnis für Medienmitarbeiter weltweit.

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