AGOF: MySpace und VZ-Trio im freien Fall

Die größten Facebook-Konkurrenten verlieren weiter gehörig an Boden. Wie die nun veröffentlichten AGOF-Zahlen für den März zeigen, haben von den Top-100-Angeboten nur zwei Minusrekorde aufgestellt: die VZ-Netzwerke und MySpace. Das VZ-Trio verlor dabei in nur zwei Monaten 1,27 Mio. Unique User, MySpace sogar 1,33 Mio. Von den 50 reichweitenstärksten Angeboten legten 41 gegenüber dem Februar zu, vor allem die Nachrichten-Websites, die fast durch die Bank Nutzerrekorde aufstellten.

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Die fünf größten Gewinner gegenüber dem Februar kommen allesamt aus der News-Branche: n-tv.de legte um sage und schreibe 83,8% oder 2,17 Mio. Unique User zu, Spiegel Online, stern.de, Focus Online und Welt.de folgen mit einem Plus von jeweils deutlich über 1 Mio. Nutzern. Sie alle profitierten von dem extremen Interesse der Deutschen an Berichten über die Erdbeben-, Tsunami- und Atom-Katastrophe in Japan, die die Welt wochenlang in Atem hielt. Eine ausführliche Analyse zum AGOF-Geschehen im Nachrichten-Segment lesen Sie an dieser Stelle.

Zur Erinnerung: Nach der Umstellung auf eine monatliche Erscheinungsweise werden die AGOF-Zahlen derzeit noch wie vorher ca. drei Monate nach dem Ablauf des jeweiligen Wertungs-Zeitraums veröffentlicht. Jetzt, also Ende Juni gibt es erst die März-Daten. Mittelfristig soll eine Veröffentlichung im jeweiligen Folgemonat erreicht werden, doch vorerst müssen wir mit der bisherigen Zeitspanne leben.

Größter Verlierer der AGOF-Statistik ist diesmal guenstiger.de. Schon bei der IVW verzeichnete die Preisvergleichs-Website ein Minus von 35,5%, bei der AGOF sind es nun sogar 38,4%. Ein Hauptgrund für den Rückgang wird die entzogene Liebe von Google sein. Wie Daten des SEO-Dienstleisters Sistrix zeigen, verlor guenstiger.de Anfang März sehr viele Top-Platzierungen auf den Google-Ergebnisseiten. Auf den weiteren Rängen der Verlierer-Charts folgen News.de, Preisvergleich.de, sowie die eingangs genannten VZ-Netzwerke und MySpace.de.

Unter den Angeboten, deren Unique-User-Zahlen zum ersten Mal von der AGOF ausgewiesen wurden, hat sich ebenfalls ein Preisvergleich durchgesetzt: Springers Idealo mit 7,15 Mio. Nutzern. Ergänzt wird die Top 5 der Neulinge durch die fotocommunity, das Entertainment-Netzwerk guggr, Finanztip.de und Kicktipp.

An der Spitze der AGOF-Charts gab es eine ungewohnte Entwicklung im Gleichschritt. Die sechs reichweitenstärksten Angebote wuchsen gegenüber dem drei Tage kürzeren Februar allesamt um 2,1% bis 2,7%. Größte Aufsteiger auf den ersten 25 Plätzen sind die bereits erwähnten Spiegel Online, Focus Online und Welt.de, die jeweils mehr als 15% zulegen konnten. Idealo hat den direkten Sprung in die Top 25 geschafft, verloren haben lediglich vier Angebote: MSN, die VZ-Netzwerke, Windows Live und MyVideo. Die VZ-Netzwerke haben damit erstmals die AGOF-Top-Ten verlassen.

Sogar kurz vor dem Ausscheiden aus der Top 50 befindet sich MySpace, das Rupert Murdoch am Mittwoch mit hohen Verlusten verkauft hat. Mit einem Minus von 8,6% gehört MySpace zudem zu den nur fünf Verlierern auf den Rängen 26 bis 50. Die anderen vier heißen News.de, Entertainweb, Fantastic Zero und goFeminin.de. Am deutlichsten zugelegt haben in dieser zweiten Hälfte der Angebots-Top-50 wiederum vor allem Nachrichten-Websites: n-tv.de, stern.de, Zeit Online und sueddeutsche.de. Um mehr als 10% wuchsen zudem Glam Vertical und Quoka.de.

In der Top Ten der Vermarkter gab es nur einen Positionswechsel: Ströer Interactive hat Yahoo! Deutschland überholt und belegt nun Rang 8 der AGOF-Charts. Unique User gewonnen haben aber alle zehn Unternehmen, vor allem Axel Springer Media Impact. An der Spitze bleibt T-Online-Vermarkter InteractiveMedia knapp vor Tomorrow Focus Media:

Die gesonderte AGOF-Analyse zum Geschehen im Nachrichten-Markt finden Sie an dieser Stelle.

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