Springer sucht externe Partner fürs iKiosk

Axel Springer führt nach eigenen Angaben derzeit verstärkt Gespräche, um sein digitales iKiosk auch mit Zeitungen und Zeitschriften von anderen Verlagen zu bestücken. Es gehe darum, “Vertriebswege außerhalb der Apple-Welt zu entwickeln und zu monetisieren" sagte Springers Director Premium Content, Georg Konjovic, dem Handelsblatt. Bei Burda bewertet man sich die Springer-Offerte schon mal als “interessant”. Erste Ergebnisse werden für Spätsommer oder Herbst erwartet.

Anzeige

Axel Springer bietet mit seinem iKiosk bisher im wesentlichen PDF-Ausgaben von verlagseigenen Zeitungen und Zeitschriften – von der Bild mit ihren Regionalausgaben über die Welt bis zu Hörzu, TV Digital oder den Rolling Stone. Vier Wochen lang kann man das Angebot gratis testen, danach muss man ein Abo abschließen – entweder für einen Monat, drei Monate oder ein Jahr. Den iKiosk gibt es sowohl als App in Apples App Store als auch als eigenständiges Angebot im Web unter iKiosk.de.

Springer ist daran interessiert, möglichst viele Kunden ins Web zu locken. Der Grund ist einfach: Schließt ein Nutzer ein iKiosk-Abo im App Store ab, hält Apple die Hand auf und kassiert die bei Verlagen verhassten 30 Prozent Provision. Schließt der Kunde das Abo bei iKiosk.de ab, bekommt Springer den ganzen Betrag. Die Endkunden-Preise sind sowohl im App Store als auch bei iKiosk.de gleich. Springer Chef Mathias Döpfner hat sich schon seit langem über die 30 Prozent-Provision beklagt, die Apple verlangt. Er hält sie für maßlos überzogen. Bisher hat Apple aber noch keine Signale gegeben, von der 30-Prozent-Politik abzurücken.

Im App Store bekommt Springers iKiosk freilich größtenteils vernichtende Kritiken. Nutzer beklagen sich reihenweise über Abstürze und andere technische Probleme. Springer will nun noch andere Verlage dafür gewinnen, ihre Zeitungen und Zeitschriften im iKiosk zu präsentieren. Dafür würde auch Springer eine Provision nehmen. Aber eine, die sehr weit unter den 30 Prozent von Apple liegen wird, wie Konjovic im Handelsblatt sagte. Mit wem Springer derzeit verhandelt und wie konkret, will der Verlag nicht verraten. Das Handelsblatt zitiert immerhin einen Unternehmenssprecher von Burda, der den iKiosk-Vorstoß von Springer als “interessante Initiative” bezeichnet und sagt, man werde sich das "ansehen". Allzu konkret klingt das noch nicht.

Springer ist nicht alleine mit seinem digitalen Kiosk. Die Telekom hat zur diesjährigen CeBit ihren Digital-Kiosk Pageplace eröffnet. Bertelsmann ist mit dem E-Kiosk Pubbles im Geschäft. Und auch Google versucht mit seinem Bezahlsystem One Pass Medienanbieter von Apple wegzulocken. Alle diese Initiativen laufen derzeit aber noch mit überschaubarem Erfolg. Den Königsweg, wie man Apple beim digitalen Publizieren umgehen kann, hat noch keiner gefunden. Die Verlage brauchen Apples App Store immer noch mehr, als umgekehrt.

Bei Springer will man die neue Initiative für das iKiosk darum auch keinesfalls als “Angriff auf Apple” oder “Kehrtwende” verstanden wissen, wie das Handelsblatt schrieb. Die Verlage sind bei aller Kritik stets darauf bedacht, es sich mit Steve Jobs nicht zu sehr zu verscherzen. Zumindest derzeit sitzt der iGod in seinem digitalen Kassenhäuschen noch am längeren Hebel.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige