ZAK-Medienwächter rügen RTL und Sat.1

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) beanstandet mehrere Fälle von Schleichwerbung bei RTL und Sat.1. In den so genannten "Move Split"-Fällen war die Werbung optisch nicht klar genug vom Programm getrennt und nicht ausreichend gekennzeichnet. Konkret geht es um jeweils eine Folge der RTL-Serien "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" sowie "Alles was zählt" vom November 2010 und eine Folge der Sat.1-Telenovela "Anna und die Liebe" aus dem Dezember 2010.

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Als "Move Splits" bezeichnen Veranstalter Werbeeinblendungen an einer beliebigen Stelle des Bildschirms, auf die die Kamera dann zoomt, bis die Werbung Bildschirm füllend zu sehen ist. "Move-Splits" sind als Varianten von Split-Screen-Werbung grundsätzlich zulässig.
In jeweils einer Folge der RTL-Serien "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" und "Alles was zählt" vom November 2010 wurden "Move-Splits" eingesetzt. In beiden Fällen wurden Plakatflächen, die zur fiktiven Szenerie der Serien gehören, unabhängig vom restlichen Bild mit Werbung bedeckt. Diese Werbung wurde also optisch nahtlos in die Gesamtkulisse eingefügt und wirkte wie ein Teil der Spielhandlung. Anschließend wurde auf die Plakatflächen gezoomt, und danach erschien der bekannte Split-Screen, der in diesem Fall auf einem Teil des Bildschirms Werbung für dasselbe Produkt wie auf der virtuellen Werbetafel in der Spielhandlung zeigte, und auf dem anderen die letzte Szene der Serienfolge. Es wurde zwar bereits während der Spielhandlung ein Schriftzug "Werbung" eingeblendet, aber in einer nicht hinreichend deutlichen Form.
Ähnlich verhielt es sich mit einem "Move-Split" bei Sat.1, der in einer Folge von "Anna und die Liebe" im Dezember 2010 ausgestrahlt worden war. Hier wurde eine dem bekannten Vorbild entsprechende Split-Screen-Werbung auf einem Fernsehgerät in der Serienkulisse eingeblendet. Auch hier schloss sich der Zoom an, bis die Werbung Bildschirm füllend zu sehen war. Erst danach wurde der Werbehinweis für den Zuschauer erkennbar.

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