Designer spotten über DFB-Frauen-Trikot

Frauenfußball kommt an. Die Quoten sind gut. Kennern der Materie dürfte allerdings aufgefallen sein, dass die Trikots unserer Damen zwar die gleiche Farbe haben. Nur die Schrift wirkt ein weniger verspielter, rundlicher - wenn nicht sogar: weiblicher. Und tatsächlich: Der DFB will mit den kecken „runden und eleganten Rückennummern“ in Verbindung mit einem taillierten Schnitt für ein „feminines Design“ sorgen. Allerdings hat man sich beim Design zwei recht peinliche Schnitzer erlaubt.

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Auf der Webseite des DFB heißt es: “Die aktuelle Welt- und Europameisterinnen werden damit zum ersten Mal ein Jersey tragen, das von Frauen für Frauen entworfen wurde. Der leicht taillierte Schnitt und die runden und eleganten Rückennummern sorgen für ein feminines Design. Als Hingucker findet man im Kragen der Trikots die Zeile „Blüh im Glanze dieses Glückes“, die der deutschen Nationalhymne entstammt.”

Zum ungewöhnlich runden Schriftbild schweigt man sich aus. Das mag eventuell zwei Gründe haben. Offenbar war man nicht bereit, viel Geld in eine eigene Typo zu investieren. Wie viel unterschiedliche Aspekte eigentlich in die Entwicklung eines Nationalelf-Trikots einfließen, zeigt dieses Video von Nike zum Trikot der französischen Equipe für die EM 2012.

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Bei der Aufschrift des Trikot der deutschen Frauen handelt es sich allerdings um eine kostenlose Freeware-Schrift, wie es sie tausendfach im Web und auf Produkten zu sehen gibt. Eine sehr ungewöhnliche Entscheidung für ein kommerzielles Produkt. Als wäre das noch nicht peinlich genug, hat diese Schrift auch noch einen recht unpassenden Namen: Action Man Regular.

Michael Preidel, Grafik- und Webdesigner, stellt nun in seinem Blog die Frage, wie weiblich und einzigartig eine Schrift sein kann, die umsonst erhältlich ist und dann auch noch den Namen “Actionman” trägt. Und auch Fontblogger Jürgen Siebert wundert sich: "’Lena Goeßling‘ trägt den Erstklässler-Fehler Nr. 1 auf dem Rücken, das gemeine ß mitten im Namen (GOEßLING), bei Spielerinnen wie Alexandra Popp und Birgit Prinz sind die Lettern handbreit gesperrt. Wer macht so was – ohne Not? Der Schuhwart?" Eine wirklich gelungene Frage…

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