Auch Fußball ist Thema beim DLDWomen

Nach dem Debüt-Erfolg im vergangenen Jahr geht die Burda-Konferenz DLDWomen 2011 in die zweite Runde. Ab Mittwoch werden internationale Top-Speaker wie Megan Smith, Google-Verantwortliche für New Business, oder Stefanie Babst, die ranghöchste Frau der Nato, in München zwei Tage lang zum Oberthema "Innovation & Authenticity" diskutieren. Im MEEDIA-Interview sprechen die Haupt-Organisatoren Steffi Czerny und Marcel Reichart über die Highlights des Events und warum auch Fußball ein Thema sein wird.

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Zum zweiten Mal findet der DLD Women statt. Wie lautet Ihr Resümee der Konferenz aus dem vergangenen Jahr?
Steffi Czerny
: 2010 haben wir DLDwomen erstmals ins Leben gerufen und wollen an den Erfolg vom letzten Jahr selbstverständlich anknüpfen.   
Was werden Sie in diesem Jahr ändern?
Marcel Reichart
: Unser Programm ist dieses Jahr umfangreicher, als zum Auftakt-DLDwomen im Sommer 2010. Aus diesem Grund werden wir teilweise zwei Sessions parallel laufen lassen. Zudem ist DLDwomen 2011 internationaler und redaktioneller. Auch das spiegelt sich im Programm, der Konferenz und medialen Coverage wider.
Steffi Czerny: Wir erwarten Speaker und Teilnehmer aus mehr als 20 Nationen. Zum Beispiel kommen die malaysische Familienministerin Sharizat Abdul Jalil und die Technologieministerin aus Botswana Pelonomi Venson-Moitoi. Zudem haben wir die großen „Hebammen“ des Female Empowerments aus den USA eingeladen. Dazu gehören z.B. Laura Liswood vom Council of World Women Leaders, Irene Natividad vom Global Summit of Women oder auch Pat Mitchell.

Das Thema der diesjährigen Konferenz lautet "Innovation & Authenticity". Was verbirgt sich dahinter?
Steffi Czerny
: Ich glaube, Authentizität und Innovation sind eng miteinander verbunden. Das können Sie an vielen Erfolgsgeschichten weiblicher Changemaker erkennen. Unter diesem Motto zeigen wir Aspekte gesellschaftlichen Wandels, im Privaten und Beruflichen, in Politik, Arbeit, Medizin, Bildung und Kunst.
Marcel Reichart: Auf der anderen Seite zeigt DLDwomen, wie sich das Konsumverhalten von Frauen verändert und was Märkte und Medien dabei für ihre Marken lernen können. Denn Frauen spielen als Konsumentinnen, vor allem bei Kaufentscheidungen in digitalen Märkten, eine immer wichtigere Rolle. Zudem sind es insbesondere Frauen, die das extreme Wachstum der Social Networks vorantreiben. So sind beispielsweise 77 Prozent der Groupon-Nutzer weiblich und auf Facebook werden 62 Prozent aller Aktivitäten (Kommentare, Nachrichten, Statusmeldungen) von Frauen durchgeführt.
Ein Panel hat den Namen "Female Brain", ein anderes lautet "The Female Factor in Politics". Was erwartet die DLD-Besucher?
Steffi Czerny
: In „News from the Brain Frontier“ wird Martin Korte, Professor für Hirnforschung an der TU Braunschweig, mit Gender-Mythen aufräumen und auf seine Weise mit Rollenklischees brechen. Denn er bringt den Aspekt der sozialen Konditionierung ins Spiel. Es wird sicher eine sehr spannende und überraschende Diskussion, die er mit Das Haus-Chefredakteurin Gaby Miketta führen wird. Offen zu sein, überraschend zu sein, Entwicklungen und Aspekte von unterschiedlichen Seiten zu betrachten, das ist auch das Anliegen von DLDwomen insgesamt.
Marcel Reichart: Darüber hinaus wollen wir verschiedenen Positionen zusammenführen: „Connect the unexpected“ ist auch das, was die Marke DLD insgesamt ausmacht. So leitet Alison Smale, Chefredakteurin der „International Herald Tribune, in ihrer Keynote „Female Factor“ das Panel „War and Peace“ ein, das sie – als ehemalige Kriegsreporterin – selbst moderiert. Es bringt zwei unterschiedliche Positionen auf einen Panel zusammen: Krieg und Frieden. Eine Realität, in der wir leben, die jeden betrifft. Auf der einen Seite ist das Abigail E. Disney, die sehr stark in Kriegsgebieten engagiert ist und auf der anderen Seite Stefanie Babst, ranghöchste Frau der NATO.

Wird auch über die Einführung einer Frauenquote in Unternehmen gesprochen?
Steffi Czerny
: Man kann in der ganzen Welt beobachten, dass es die Frauen sind, die die Welt verändern. Sie können das im arabischen Frühling sehen, im Aufstand gegen männliche Gewalt und Menschenhandel oder an vielen spannenden Erziehungsinitiativen, oft im digitalen Bereich. Dieser große gesellschaftliche Wandel interessiert uns. Diese Themen wollen wir adressieren. Dabei wird vielleicht auch die Frauenquote als ein Aspekt erfolgreicher Leadership-Modelle zur Sprache kommen. Im Mittelpunkt steht sie jedoch nicht. 

In diesem Jahr sind überwiegend asiatische und afrikanische Managerinnen als Speaker eingeladen. Hat das einen Grund?
Steffi Czerny
: Ja, denn wir glauben bei DLD, dass wir in Deutschland über den Tellerrand blicken müssen, um von anderen Kulturen, anderen Ländern und anderen Menschen lernen zu können. Wir konzentrieren uns noch zu auf Europa und den USA, doch Frauen müssen sich weltweit vernetzen – insbesondere auch in und mit afrikanischen und asiatischen weiblichen Role Models.

Wer gehört zu den Top-Speakern?
Steffi Czerny
: Wir haben wieder sehr viele Top-Speakerinnen und Speaker zu DLDwomen 2011 eingeladen. Dazu gehören in diesem Jahr beispielsweise die Google-Verantwortliche für New Business Megan Smith, die ranghöchste Frau bei der NATO Stefanie Babst sowie die israelische Unternehmerin Ofra Strauss. Wie eine diverse Unternehmenskultur gelebt werden kann, wird Henkel-Chef Kasper Rohrsted in einer Keynote vorstellen. Ernst & Young-CEO James Turley berichtet über seine Erfahrungen mit „Diversity“ als zentrales Moment von Erneuerung und Erfolg.

Marcel Reichart: Highlights sind sicherlich die Panels, in denen es um Unternehmertum und Frauen gehen wird – mit Gründerin Daniela Hinrichs und Gründerinnen aus Deutschland, mit Elizabeth Varley von TechHub  oder Juliette Warkentin von Stylistpic aus London, Christine Aylward und Ron Gutman aus Kalifornien, Sandra Navidi aus New York oder Ekaterina Gaika aus Russland. Hier geht es darum zu zeigen, wie man ein Umfeld für Innovationen, für Risiko und für Kreativität schafft, und welche Rolle Frauen und Frauenmärkte spielen.  Aber auch die Panels, wie sich Bildung verändert, „beyond institutions“ gehen und welche Rolle digitale Medien spielen, bilden einen Schwerpunkt.

Ist es Zufall, dass der DLD Women in den Zeitraum der Frauenfußball-WM fällt?
Steffi Czerny
: Es ist zumindest ein schöner Zufall, denn DLDwomen ist eine Konferenz der positiven Vorbilder und dazu gehören auch erfolgreiche Frauen im Sport, wie sie die Frauenfußball-WM zeigt. Deshalb integrieren wir das Thema Frauenfußball-WM auch in unser diesjähriges Konferenzprogramm. Es geht uns auch hier darum, den "female factor" herauszustellen – auch bei Sportarten wie Fußball, die bislang als männerdominiert gelten. 

Auf der Women’s Night am Donnerstag wird auch Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München, sprechen. Wird die Frauen-WM auch Thema beim DLD Women sein, und gibt es ein Public Viewing?
Steffi Czerny
: Bunte-Chefredakteurin Patricia Riekel und Uli Hoeneß diskutieren am Donnerstagabend zum Thema „Frauen am Ball – Global Diversity als Chance“. Anschließend laden wir alle Gäste und Teilnehmer in den Innenhof des wunderschönen Bayerischen Nationalmuseums, um beim Public-Screening des WM-Gruppenspiels zwischen Deutschland und Nigeria anzusehen und mit den Spielerinnen mitzufiebern. Danach spielen The Naked and Famous. Wir freuen uns besonders, dass wir das Museum als Veranstaltungsort gewinnen konnten, denn so bringen wir Tradition und Innovation zusammen.

Der DLDwomen 2011 beginnt am 29. Juni und dauert zwei Tage. Informationen zu der Konferenz gibt es hier

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