Zweitverwertungs-Portale: Das ernüchternde Verhältnis der Grünen zum Online-Journalismus

Der Focus macht sein heutiges Heft mit einer Grünen-kritischen Titelgeschichte auf und die Partei beschwert sich, dass ein Interview mit der Fraktionsvorsitzenden Renate Künast kurzfristig aus dem Blatt flog. Die öffentliche Beschwerde von Fraktions-Pressesprecher Michael Schroeren zeigt neben dem ungewöhnlichen Fall als solchem auch noch, dass die Grünen, wie möglicherweise viele anderen Politiker in Berlin, […]

Anzeige

Der Focus macht sein heutiges Heft mit einer Grünen-kritischen Titelgeschichte auf und die Partei beschwert sich, dass ein Interview mit der Fraktionsvorsitzenden Renate Künast kurzfristig aus dem Blatt flog. Die öffentliche Beschwerde von Fraktions-Pressesprecher Michael Schroeren zeigt neben dem ungewöhnlichen Fall als solchem auch noch, dass die Grünen, wie möglicherweise viele anderen Politiker in Berlin, den Online-Journalismus nicht für voll nehmen. Für sie sind Spiegel Online, Focus Online und Co. offenbar nur Zweitverwertungs-Portale.

So schreibt Schroeren über den Vorschlag der Focus-Chefredaktion das Interview bei Focus Online erscheinen zu lassen: "Auch keine gute Idee. Denn es war etwas anderes verabredet, und so schlecht finden wir unser Interview nicht, dass es gleich die Zweitverwertung verdient hätte."

Passend zu dem Zitat eine kleine Zahlenspielerei: Focus Online errichte im Februar eine Reichweite von 7,82 Millionen Unique Usern. Das gedruckte Heft kommt dagegen nur auf eine Reichweite von 5,94 Millionen Leser pro Ausgabe. Heißt: Theoretisch erreicht ein Stück der Online-Redaktion fast zwei Millionen Leser mehr als ein gedruckter Artikel.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige