Xing-Chef verkauft Aktien für 1,4 Mio. Euro

Xing-Chef Stefan Groß-Selbeck hat sich einen Tag vor dem Relaunch des Business-Netzwerks von 25.000 Aktien seines eigenen Unternehmens getrennt. Rund 1,4 Millionen Euro erlöste der Manager damit, berichtet die Financial Times Deutschland. Das Finanzblatt wundert sich über den Verkaufszeitpunkt.

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Der Verkauf ist Groß-Selbecks gutes Recht, doch der Zeitpunkt sei verwunderlich, schreibt die FTD in ihrer heutigen Ausgabe. Seit dem Neustart der Site ist die Aktie nämlich um 6,5 Prozent abgesackt. Ein wesentlicher Grund dafür dürfte die herbe User-Kritik am neuen Design und den neuen Funktionen sein.
Das neue Layout erinnert nicht nur an Facebook, es sorgt auch für Unmut bei vielen Moderatoren und Mitgliedern. Anstatt jünger und schlanker zu erscheinen, halten sie es für unübersichtlich und ätzten nach einer versehentlich öffentlich gestellten Einladung zu einer Grillparty von einem Xing-Manager: "Selbst Xing-Mitarbeiter steigen offensichtlich nicht mehr durch." Viele Mitglieder wollen demnach ihre Moderationstätigkeit einstellen, weil ihnen die neuen Tools zu wirr sind, andere wollen gar den Bezahlservice kündigen.
Gegenüber der FTD wiegelt ein Sprecher Groß-Selbecks ab: Relaunch und Verkauf hätten nichts miteinander zu tun. Vielmehr hänge der Zeitpunkt mit der Hauptversammlung wenige Tage zuvor zusammen. Vor einer solchen Versammlung dürften Aktienoptionen von Vorstandsmitgliedern nicht verkauft werden, danach sei wegen der größtmöglichen Transparenz der beste Zeitpunkt.
Auch wenn es keine rechtlichen Bedenken gibt. Für die Außenwirkung war der Verkauf nicht von Vorteil.

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