Google Chromebook: Zukunft des Laptops

Googles Senior Vice President of Chrome Sundar Pichai hat am Donnerstag in Deutschland das Chromebook vorgestellt. Für Google ist es nicht weniger als die Zukunft der Computerwelt. In Zusammenarbeit mit Samsung und Acer hat der Konzern cloudbasierte Notebooks entwickelt, die ab sofort in Deutschland erhältlich sind. Es gibt keine Festplatte, gearbeitet wird im Browser, Anwendungen und Dienste holt sich der User aus dem Web. Ladezeiten gibt es nicht. Es ist die Cloud - auf die Spitze getrieben.

Anzeige

Googles Senior Vice President of Chrome Sundar Pichai hat am Donnerstag in Deutschland das Chromebook vorgestellt. Für Google ist es nicht weniger als die Zukunft der Computerwelt. In Zusammenarbeit mit Samsung und Acer hat der Konzern cloudbasierte Notebooks entwickelt, die ab sofort in Deutschland erhältlich sind. Es gibt keine Festplatte, gearbeitet wird im Browser, Anwendungen und Dienste holt sich der User aus dem Web. Ladezeiten gibt es nicht. Es ist die Cloud – auf die Spitze getrieben.

Deutsche Entwickler haben maßgeblich daran mitgearbeitet. Denn große Teile von Chrome OS sind im Müncher Entwicklungsbüro von Google entstanden. Deswegen wurde die Mitarbeiterzahl von mittlerweile auf rund 120 Ingenieure aufgestockt. Die haben sich vor allem darum bemüht, das System sicher zu gestalten. Basierend auf den Sicherheitssystemen des Chrome-Browsers wurde so eine weitere Sicherheitsbarriere für Chrome OS aufgebaut. Google verspricht, alle sechs Woche Updates aufzuspielen, die sich automatisch aufspielen. So sollen eventuelle Sicherheitslücken für alle User zeitgleich geschlossen werden.

###YOUTUBEVIDEO###

Aber was ist Chrome OS? Kurz gesagt: ein Betriebssystem. Allerdings hat es recht wenig mit Apples Mac OS X oder Microsofts Windows zu tun. Das System basiert zwar zu Teilen auf Linux, aber der Löwenanteil der Programme und des eigentlichen Systems liegt in der Cloud. Einen Desktop mit einem Arbeitsplatz gibt es nicht. Dafür startet das System unverschämt schnell. Gebootet ist Chrome OS in rund acht Sekunden. Und dann sofort einsatzbereit. Programme werden nicht auf einer Festplatte installiert, sondern als Web-App aus einem Appstore geladen.

Um damals sein mobiles Betriebssystem Android zu pushen, entwickelte Google das Nexus One. Gedacht als ein Showcase für die Mobilbranche. Der Effekt war enorm. Mittlerweile gibt es mehrere hundert Android-Smartphone am Markt. Ähnlich verhält es sich mit Chrome OS. Hier hat Google mit Samsung und Acer bestehende Modellreihen für den Einsatz des Betriebssystems modifiziert.

Zur Hardware: Samsungs Chromebook arbeitet mit einem 16 Gigabyte großen Flashspeicher. Der wird aber vor allem als Zwischenspeicher dienen. Denn eigentlich funktioniert sowieso alles in der Cloud. Externe Festplatten lassen sich aber dennoch anschließen. Der Rechner kostet in der WLAN-Version knapp 400 Euro. Wer zusätzlich eine UMTS-Verbindung benötigt, muss 100 Euro mehr zahlen. Zudem verfügt das knapp 1,5 Kilogramm leichte Chromebook über zwei USB-2.0-Ports sowie einen VGA-Ausgang und einen Kartenleser. In wenigen Wochen will auch Acer ein Chromebook anbieten, das niedriger bepreist werden soll.

Bei einem ersten Kurztest konnte das Gerät überzeugen. Den größten Charme macht der Instant-On-Charakter des Systems aus. Angemeldet wird sich über einen Google-Login. Alles ist, sofern ein Wlan oder ein UMTS-Signal vorhanden sind, sofort verfügbar. Apps sind im Nu installiert und starten sofort. Kein Festplattengeratter, keine Ladezeiten. Das mag auf den ersten und vielleicht auf zweiten Blick sehr verwirren. Immerhin haben wir uns jahrelang antrainiert, mehrere Hebel in Betriebssystem umzulegen, um Programme zu starten oder schlicht im Web zu browsen. Man muss sich bewusst machen, dass man permament einen Browser bedient. Viele Apps sind schon jetzt verfügbar, darunter Angry Birds oder Web-Apps von Spiegel Online und dem kicker.

Die Hardware macht einen soliden ersten Eindruck. Das Notebook aus der Samsungreihe wurde für Chrome OS komplett umdesignt. Das Trackpad ist größer, die Tastatur hat weniger Tasten. Um Videos zu bearbeiten oder grafisch anspruchsvolle 3-D-Spiele zu starten, ist der Rechner allerdings zu schwach. Dazu ist Chrome OS aber auch nicht gedacht. Google spricht damit vor allem Consumer an. Wer zum Arbeiten komplexe Bildbearbeitungs- und Schnittprogramme benötigt, wird natürlich bei seinem Betriebssystem bleiben.

Trotzdem könnte das System durchaus seine Zielgruppe finden. Denn es ist narrensicher. Und dadurch gerade für den Einsatz im Kinderzimmer oder für Bevölkerungsschichten bzw. Altersgruppen geeignet, für die der Umgang mit dem Computer nicht selbstverständlich ist. Dateien lassen sich nicht aus Versehen löschen. Fällt das Gerät aus Versehen in den Fluss, bleiben sämtliche Daten erhalten. Und das System fußt gleich auf mehreren Sicherheitsbarrieren, die es Hackern extrem schwierig machen könnten, Schadsoftware einzuspeisen. Einen ausführlichen Test werden wir nächste Woche liefern.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige