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Zeiler: RTL investiert mehr ins Programm

Schluss mit dem Sparkurs: RTL-Vorstandschef Gerhard Zeiler will wieder deutlich mehr Geld ins Programm stecken. Es gehe zwar nicht um zweistellige Steigerungen, erklärte er im Handelsblatt-Interview, aber doch eine Anhebung der Kosten. "Wir schlachten nicht die Kuh, die uns Milch gibt", spielt der 56-Jährige auf das Bild von RTL als Melkkuh des Bertelsmann-Konzerns an. Besonders in Deutschland, aber auch in den Niederlanden und in Frankreich wolle das größte TV-Unternehmen Europas investieren.

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Zeiler will seine Investitionen allerdings reichlich planen. Er mahnt vor einem zu lockeren Umgang mit dem Geld und rät zur Vorsicht: "In einigen Ländern ist der Werbemarkt bereits wieder auf dem Vorkrisen-Niveau. In Deutschland ist das aber noch nicht ganz der Fall. Deshalb müssen wir vorsichtig sein", sagte der langjährige CEO zum Handelsblatt.
Insgesamt sieht Zeiler die westeuropäischen Märkte jedoch auf einem guten Weg. "Im vergangenen Jahr haben sich die Werbemärkte in Westeuropa stark erholt, in Osteuropa hingegen gab es nur Stagnation mit der negativen Ausnahme Griechenland." In diesem Jahr sei die Entwicklung höchst unterschiedlich. "Ich glaube daher, dass die Situation der TV-Werbemärkte in diesem Jahr weniger mit der makroökonomischen Situation zu tun hat, sondern eher mit der Konkurrenzsituation", sagte der 56-Jährige.
Anders als die Konkurrenz von ProSiebenSat.1 erwägt Zeiler keinen Ausstieg aus der Nachrichtenproduktion. "Wir stehen zu N-TV. Wir stehen auch zu unseren fünf Stunden Nachrichten, die wir täglich auf RTL senden." Der Kölner Nachrichtenkanal N-TV fährt seit vielen Jahren Verluste ein.
Nach schwachen Zahlen im Geschäftsjahr 2009 hatte sich das Ergebnis im vergangenen Jahr wieder erholt. Die Bertelsmann-Tochter fuhr das beste Ergebnis der Konzerngeschichte ein: Mit einem Vorsteuergewinn von 1,111 Milliarden Euro übertraf die Sender-Gruppe ihren bisherigen Rekord aus dem Jahr 2008 um 195 Millionen Euro, gegenüber dem Vorjahr kletterte das EBITA um 39,6 Prozent. Auch der Umsatz stieg um 8,4 Prozent. Sparmaßnahmen führten zu dauerhaften Kostensenkungen im zweistelligen Bereich. Ausnahme blieb lediglich Griechenland, das erneut mit hohem Verlust abschnitt.

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