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Langzeittest: ein Jahr mit dem iPhone 4

Wie die International Business Times erfahren haben will, soll das iPhone 5 offiziell in der ersten Septemberwoche vorgestellt werden. Heute vor etwa einem Jahr betrat Steve Jobs die Bühne des Moscone Center und stellte das iPhone 4 vor. Bis dato das fortschrittlichste Smartphone aller Zeiten. Viel hat sich getan in diesem Jahr. HTC und Co. schicken immer mehr Androiden in die Schlacht um die mobile Vorherrschaft. Ein Abschlussbericht über Tücken und Vorurteile. Und ein kleiner Appell an die App-Industrie.

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Heute vor fast genau einem Jahr betrat Steve Jobs die Bühne des Moscone Center im kalifornischen San Francisco und stellte das iPhone 4 vor. Bis dato das fortschrittlichste Smartphone aller Zeiten. Viel hat sich getan in diesem Jahr. HTC und Co. schicken immer mehr Androiden in die Schlacht um die mobile Vorherrschaft. Und machen Apples Erfolgsmodell Marktanteile strittig. Ist das Smartphone immer noch konkurrenzlos? Ein Abschlussbericht über Tücken und Vorurteile. Und ein kleiner Appell an die App-Industrie.

Vorab: Um Android-Fans, die hier versteckte Apple-Werbung vermuten, den Wind aus den Segeln zu nehmen: Ich bin im Besitz eines Android-Smartphones. Dennoch fühle ich mich nach einem Jahr des Testens in der Lage, einen abschließenden Bericht zu verfassen. Zumal Apple in diesen Wochen einmal mehr unter dem Druck steht, einen konkurrenzfähigen Nachfolger für sein Erfolgsprodukt abzuliefern. Jetzt verdichten sich die Gerüchte, dass das iPhone 5 schon am 7. September vorgestellt werden soll und mit iOS 5 ausgestattet sein soll. Aber der Reihe nach: Was taugt das iPhone nach einem Jahr in Gebrauch?

Das Display
Zum Verkaufstart des iPhone 4 fokussierte sich die Berichterstattung rasch auf das Display. Von Apple als bahnbrechend angekündigt, monierten viele User gelbe Flecken. Was viele nicht wussten: Im sogenannten Retina-Display des iPhone 4 steckt die gleiche Technik wie in den Bildschirmen der neuen Macbook und iMacs. Ein User, der sich offenbar mit dem Apple-Reparaturservice wegen des Problems auseinandergesetzt hat, berichtete, dass die‚>Streifen und Punkte Rückstände vom Fertigungsprozess seien. Genauer: Bei der Bindung der Glasoberfläche auf das Display blieben bei einigen ausgelieferten Modellen wohl Reste zwischen den Oberflächen hängen.

In der Praxis überzeugt das Display auch noch nach einem Jahr. Gefühlt übertrifft es auch noch weiterhin die Brillanz aktueller HTC-Modelle, die allerdings auf einer anderen Technik aufbauen. In iBooks und beim Browsen gleicht das Schriftbild dem eines gedruckten Buches.

Die Hülle
Zweiter Knackpunkt war kurz nach Erscheinen die Glashülle aus “Gorilla Glass”. User berichteten davon, dass auf der Glasfläche sehr schnell Kratzer entstehen. Ohne extreme Gewalteinwirkung. Noch schlimmer sah es aus, wenn man das iPhone 4 versehentlich fallen ließ. Jeder kennt das: Man fischt das Handy hektisch aus der Hosentasche, es rutscht aus der Hand und knallt auf den Boden.

In einem Jahr ist mir das iPhone 4 Dutzende Male aus der Hosentasche gefallen. Auf den Straßenbelag, den Küchenboden oder die Badezimmerfliesen. Mit dem Ergebnis, dass das iPhone 4 nahezu so aussieht wie vor einem Jahr. Ein kleiner Kratzer ziert die Rückseite. Ansonsten hat das Glas weitaus mehr ausgehalten als die Plastikoberflächen der früheren iPhones.

Der Empfang
Von Antennagate war die Rede. Das iPhone befand sich im “Todesgriff”. Hielt man das Gerät in einer bestimmten Position in der rechten Hand, verlor das Smartphone nach und nach Empfangsbalken. Zum Hintergrund: Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen ist das iPhone 4 von einem Stahlrahmen eingefasst, der zum einen das Telefon wie ein Chassis zusammenhält, zum anderen als Antenne dient. Greift man das iPhone also an bestimmten Punkten, verschlechtert man so die Leitfähigkeit des Metalls und damit die Empfangsqualität.

In der Praxis ließ sich das Experiment wiederholen. Mit dem Bumper, einer Art Plastikstoßstange für das Gerät, die Apple eine Zeit lang umsonst verteilt hat, war das Problem passé. Für mich kam ein Bumper allerdings nicht in Frage. Regelmäßige Verbindungsabbrüche gehörten deswegen als Rechtshänder an die Tagesordnung.

Der Akku
Für viele immer noch das entscheidende Kriterium, sich kein iPhone zuzulegen. Und tatsächlich hat sich augenscheinlich nicht viel getan in Sachen Akkuleistung. Spätestens nach anderthalb Tagen muss das Smartphone an die Ladestation. Trotzdem stimmt das Vorurteil eben nur zu Teilen. Immerhin verbrauchen der stärkere Prozessor und das hochauflösende Display auch mehr Strom als bei den Vorgängern.

In der Praxis ließ die Akkuleistung im Laufe der Zeit nicht nach. Schlecht sieht es allerdings bei Bahnfahrten und in empfangsschwachen Gebieten aus. Bei der Netzsuche verbraucht das iPhone rasant Strom.

Die Geschwindigkeit
Momentan sorgt HTC mit seinem angekündigten Sensation für neue Geschwindigkeitsrekorde. Für Apple war der Sprung vom 3GS zum iPhone 4 enorm. Der Vergleich zu aktuellen Android-Modelle lässt sich nur schwer ziehen. Immerhin basiert nur eine Smartphone-Reihe auf iOS. Allenfalls die Flüssigkeit, mit der sich ein System bedienen lässt, ließe sich vergleichen. Hier sind aktuelle Android-Geräte absolut auf Augenhöhe.

Die Apps
Viel frappierender ist die Tatsache, dass selbst ein Jahr nach dem Erscheinen des iPhone 4 immer noch nur ein Bruchteil der App-Entwickler das Potenzial des Smartphones ausschöpft. Von momentan 90 installierten Apps sind 15 immer noch auf die niedrige Auflösung der Vorgänger ausgerichtet. Eigentlich eine Frechheit. Selbst wenn man dem iPhone 4 zu Beginn keinen Erfolg vorhersagen wollte, wäre spätestens nach den ersten Erfolgsmeldungen ein Update Pflicht gewesen. Doch weit gefehlt.

Anscheinend ruhen sich etliche App-Dienstleister auf der Masse an iPhone-3G- und -3GS-Nutzern aus. Gleichzeitig nutzt kaum eine der beliebten und bekannte Apps das eingebaute Gyroskop. Und beschränkt sich weiterhin auf die Verwendung des Touch-Displays. Der Leistungsplus machte sich bislang nur bei grafisch anspruchsvolleren Spielen wie Infinity Blade, dem Schießen von Fotos oder beim Browsen wirklich bemerkbar. Erst mit dem Erscheinen des iPad 2 kommen vermehrt auch komplexere und speicherhungrigere Apps, wie etwa "Death Rallye", auch auf das iPhone 4. Trotzdem bleibt nach einem Jahr der Eindruck, dass sich viele Unternehmen auf den Lorbeeren ihrer ersten Apps ausruhen und getrost die Chancen einer stärkeren Hardware ungenutzt lassen.

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