Facebook zettelt Revolution der Musikwelt an

Das Social Network will mehr: Mutmaßlich knapp ein Jahr vor dem großen Showdown an der Börse lotet Facebook weiter seine Erlösmöglichkeiten aus. Im Bereich der Displaywerbung setzt Facebook 2011 bereits Milliarden um – dazu kommen die Erlöse durch E-Commerce und Beteiligungen an Social Games. Ein weiterer Massenmarkt scheint nun ausgemacht: Laut Medienberichten könnte Facebook versuchen, auch die Musikindustrie zu revolutionieren – und damit Apple Konkurrenz machen. Als möglicher Partner wird Spotify genannt.

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Der Schritt erscheint logisch: Auf dem Weg zur Schaltzentrale des Internets fehlt Facebook noch etwas. Befindlichkeiten aus dem Privatleben zu teilen – dadurch ist das Social Network bekannt geworden. Mit dem Like-Button erfolgte die geschickte Weiterverbreitung in der medialen Webwelt. Praktisch im Vorbeigehen stieg das einstige Studenten-Netzwerk auch zur größten Foto-Community auf. Doch ausgerechnet einer der wichtigen Inhalte des Freizeitlebens fristet bei Facebook weiter ein sehr spärliches Dasein – die Musik.

Ironischerweise Jahre nach Kollaps des einstigen Konkurrenten MySpace könnte Facebook nun diesen Markt entdecken, der in den vergangenen Jahren durch Giganten wie Apple und Amazon aufgeteilt wurde, berichtet das gewöhnlich gut informierte US-Blog GigaOm. Ob Facebook mit seinem Social Musikservice tatsächlich Geld verdienen will, erscheint unklar – zumindest aber könnte das weltgrößte Social Netzwork seine Nutzer auf diese Weise noch länger auf seiner Seite halten. Auf dem russischen Social Network vKontakte ist ein ausführliches Musikangebot etwa seit Jahren Standard. 

Partnerschaft mit Spotify erscheint absehbar

Vor knapp einem Monat kursierten bereits die ersten Gerüchte, nachdem der schwedischen Song-Service Spotify für eine Zusammenarbeit in Frage käme. Allerdings müssten in vielen Ländern noch die Lizenzrechte geklärt werden. Nach Einschätzung von Branchenexperten steht Spotifys Start in den USA unmittelbar bevor. Auf Basis der letzten Finanzierungsrunde wird das schwedische Musikstreaming-Startup bereits mit einer Milliarde Dollar bewertet. Mit drei der vier großen Plattenlabel haben Spotify angeblich schon eine Kooperation geschlossen.
Sobald der Streaming-Dienst auch beim weltgrößten Social Network eingebunden wird – was auf der f8-Konferenz im August angekündigt werden könnte –, dürften Nutzer ein Spotify-Icon auf ihrer Facebook-Startseite neben den Menüpunkten für Fotos und Veranstaltungen sehen und dabei Zugriff auf Millionen Musiktitel haben. Ob das Angebot "Facebook Music" oder "Spotify on Facebook" heißen wird, steht laut Forbes noch nicht fest. Entsprechend wird es nur in Ländern zur Verfügung stehen, in denen Spotify die Lizenzrechte an der Musik hält – in Deutschland ist das bislang nicht der Fall. 

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