„Wetten, dass..?“: Es kann nur einen geben

Hape Kerkeling oder Jörg Pilawa? Wer wird ab 2012 "Wetten, dass..?" moderieren? Deutet man die Aussagen des baldigen ZDF-Intendanten Thomas Bellut im Spiegel-Interview richtig, läuft im Rennen um die Gottschalk-Nachfolge alles auf diese beiden Namen hinaus. MEEDIA meint: Bellut sollte nur noch mit einem Mann sprechen. Hape Kerkeling zeigt seit Jahrzehnten, dass er ein grandioser Entertainer ist, der große Publikumsmassen erreicht. Pilawa moderiert hingegen nur routiniert Quizshows weg.

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Punkt 1 – Die Entertainer-Qualitäten:

Ein guter "Wetten, dass..?"-Moderator muss mehr sein als nur ein Moderator. Er muss unterhalten können, Massen zum Lachen bringen, Stars Interessantes und Amüsantes entlocken, sich selbst nicht zu ernst nehmen. Thomas Gottschalk ist das in seinen vielen "Wetten, dass..?-"Jahren meist gelungen. Und Hape Kerkeling könnte das auch gelingen. Stars
Kerkeling ist der vielleicht facettenreichste deutsche Entertainer. Er parodiert, moderiert, schauspielert, singt, schreibt, synchronisiert. Es gibt kaum einen Job in der Unterhaltung, den er noch nicht ausprobiert hat. In den Jahren 2010 und 2011 hat er zudem die Goldene Kamera fast im Alleingang zu der derzeit vielleicht sehenswertesten Preisverleihung gemacht. Jörg Pilawa hingegen ist vor allem bekannt für die Moderation einer Vielzahl unterschiedlicher Quiz- und Rateshows, sowie für die "NDR Talk Show" im Dritten. Er hat seine Sache immer solide und ordentlich gemacht, doch Glanz und Pilawa sind zwei Begriffe, die nicht zusammen passen.

Punkt 2 – Die Unverbrauchtheit:

Obwohl Hape Kerkeling in seiner Karriere schon so viele unterschiedliche Dinge gemacht hat, verstand er es auch immer, sich rar zu machen, den Overkill zu verhindern. Bestes Beispiel ist seine Rolle Horst Schlämmer. Er hat sie bis zu einem bestimmten Punkt gehypet, lockte am Ende sogar 1,3 Mio. Leute ins Kino, doch bevor Schlämmer so richtig anfing zu nerven, war plötzlich Schluss. Auch bei "Let’s dance" hörte Kerkeling nach zwei Jahren trotz Erfolges auf. Und seit 2009 gab es nur noch vereinzelte TV-Auftritte. Jörg Pilawa hingegen ist omnipräsent. Er moderierte im Ersten eine werktägliche Vorabend-Quizshows, dazu ständig Prime-Time-Shows, die "NDR Talk Show". Seine Auszeit und der Wechsel zum ZDF haben die hohe Frequenz seiner Auftritte zwar verringert, doch etwas wirklich Überraschenderes als eine routinierte Moderation dürfte bei Pilawa nicht zu erwarten sein.

Punkt 3 – Die Massenkompatibilität:

Auch der große Erfolg in allen Altersschichten spricht für Hape Kerkeling. "Wetten, dass..?" ist schließlich immer noch eine der sehr wenigen Shows, die die gesamte Familie anspricht. So sahen am Samstag eben nicht nur 12,43 Mio. Leute zu, sondern auch 4,38 Mio. 14- bis 49-Jährige. Eine Zahl, die das ZDF sonst nur noch mit Fußball-Länderspielen erreicht. Will man diesen Erfolgsfaktor nicht aufgeben, muss man sich für Kerkeling entscheiden. Während Jörg Pilawa seine zugegebenermaßen oft starken Zuschauerzahlen vornehmlich bei den Über-50-Jährigen einfährt, hat Kerkeling bei allen Erfolg – und das nicht nur im Fernsehen. Seine "70er Show" war mit bis zu 7,5 Mio. Zuschauern und 4,3 Mio. 14- bis 49-Jährigen 2003 ein Megahit, als Horst Schlämmer lieferte er 2009 einen der erfolgreichsten Kinofilme des Jahres ab, mit "Ich bin dann mal weg" schrieb er das meistverkaufte Buch des Jahres 2005 und in den deutschen Musik-Charts war er inzwischen mit neun verschiedenen Singles vertreten. Natürlich war – wie bei Pilawa – nicht alles erfolgreich, was Kerkeling gemacht hat. Doch für die Marke "Wetten, dass..?" wäre er genau die richtige Medizin für eine lange Lebenszeitverlängerung.

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