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Hartz IV-Empfänger bringen MDR in Not

Knappe Kasse beim MDR: Der scheidende Intendant Udo Reiter kündigt in einem Interview mit der Freien Presse Sparmaßnahmen in der Rundfunkanstalt an. "Der MDR leidet unter sinkenden Einnahmen, also müssen wir den Gürtel enger schnallen", so der 67-Jährige. Die Reserven aus den Anfangsjahren seien aufgebraucht. Zudem fehlten dem MDR wegen des hohen Anteils der von den Rundfunkgebühren befreiten Personen rund 80 Millionen Euro jährlich. Auch die ARD sei für die finanzielle Schieflage verantwortlich.

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Als weiteren Grund für die Spaßmaßnahmen nennt Reiter die Folgen des demographischen Wandels. Die Anzahl der Bevölkerung nehme ab. "Die Geldzuteilungen in der ARD bemessen sich auch an der Zahl der Gebührenzahler." Und darin sieht er auch die Verantwortung des Verbundes: "Der sogenannte Finanzausgleich zwischen den öffentlich-rechtlichen Anstalten der ARD ist reformbedürftig. Meiner Meinung nach sollte jede Anstalt einen von der Einwohnerzahl unabhängigen Sockelbetrag erhalten. Denn wir zahlen doch zum Beispiel für Film- oder Hörfunkproduktionen nicht weniger, nur weil wir weniger Einwohner haben. Aber das sieht nicht jeder so", sagte Reiter.
Dass der MDR Geld verspekuliert habe und auch durch den Kika-Betrugsskandal geschädigt wurde, sei nicht der ausschlaggebende Punkt gewesen. "Wir haben nur einen Bruchteil von dem an der Börse verloren, was wir zuvor mit großem Gewinn erwirtschaftet hatten. Und die Kika-Sache hat mich sogar länger gehalten als ich wollte. Sie hat mir den Abschied bereits zu Beginn des Jahres unmöglich gemacht. Zum Fall selbst muss man sagen, dass niemand die Probleme erkannt hat. Unsere Kontrollsysteme haben nicht ausgereicht", sagte der MDR-Intendant.
Er selbst werde sich aber nicht mehr mit den Sparmaßnahmen des Senders beschäftigen. Das sei Aufgabe seines Nachfolgers oder seiner Nachfolgerin. Eine Radikalkur sei nötig. "Der Rasenmäher ist auf Dauer kein Lösung." Es gebe einige Möglichkeiten, liebgewordene Dinge, die nicht dringend nötig sind, aufzugeben, so Reiter.
Udo Reiter ist seit 1990 Intendant des MDR und ist damit der dienstälteste in der ARD. Ende des Jahres verabschiedet sich der 67-Jährige in den Ruhestand.

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