Display-Werbung: Facebook schlägt Google

2,19 Milliarden Dollar Werbeumsatz: So viel wird Facebook in diesem Jahr allein in den USA mit Displaywerbung umsetzen, so das Ergebnis einer Studie von eMarketer. Damit wäre Facebook die unangefochtene Nummer eins in der Online-Werbewelt. Ein Meilenstein, dessen Erreichen viele Investoren sehnlichst herbeigesehnt haben. Mit großem Abstand auf Platz 2 mit 1,62 Milliarden liegt Yahoo, dahinter Google auf Platz 3 mit 1,15 Milliarden Dollar liegt Google. Die Suchmaschine verlor 10 Prozent des Werbe-Geschäfts.

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Die US-Studie weist immer noch dem Fernsehen den größten Anteil am Gesamtwerbemarkt zu. 16 Prozent entfallen auf Fernsehwerbung, insgesamt nur sieben Prozent auf Online-Werbung. Doch während sich auf dem TV-Markt nur wenig bewegt, hat Facebook Google offenbar den Rang abgelaufen. Nicht zuletzt profitiert das Social Network auch vom Boom des Videosegments – mit sagenhaften 23 Prozent Wachstum.

Dass Google nicht kampflos aufgeben will, wird auch durch die geplante Übernahme des Werbespezialisten AdMeld deutlich. Nach Angaben des Wall Street Journal hat das Geschäft ein Volumen von rund 400 Millionen Dollar. Mit der Übernahme der US-Firma will Google sein Geschäft mit grafischer Online-Werbung stärken. AdMeld bietet nach eigenen Angaben eine Plattform für "intelligenten Anzeigenverkauf".

Aber bislang scheint Facebook den besten Schnitt zu machen. “Immer mehr Vermarkter stecken ihr Geld in Facebook, im Gegensatz zur Online-Werbung”, erklärt David Hallerman von eMarketer. Das liegt unter anderem auch daran, dass immer mehr Firmen eigene Facebook-Präsenzen aufbauen. Und diese auch bewerben wollen.

Warum ist Facebook so erfolgreich in der Display-Werbung? Das liegt nicht zuletzt an der Simplizität, mit der sich auf dem weltgrößten Social Network Werbung schalten lässt. Gemeinsam mit dem Bietersystem hat Facebook für Displaywerbung das erreicht, was Google für Suchmaschinenwerbung erreicht hat. Damit hat Facebook vor allem kleine und mittelgroße Firmen angelockt. Man will aber weiterhin die Großunternehmen. “Die Herausforderungen für große Marken und Agenturen ist die Tatsache, dass Facebook-Werbung nicht wie ‘normale’ Werbung im Web aussieht”, erklärt Debra Aho Williamson von eMarketer.

Bei Facebook oder AOL bedeuten große Werbespendings nämlich umgehend große Präsenz auf der Seite. Trotzdem sind es gute Neuigkeiten für das Unternehmen, dass 100 Milliarden Dollar wert sein soll. Angesichts der Tatsache, dass Facebook noch keine detailiierten Zahlen veröffentlicht, prognostizieren viele Analysten das Platzen einer weiteren Internetblase. Doch auch in Deutschland führt das Unternehmen seit Ende 2010 in der Display-Werbung.

Die Zahlen von Ad-Metrix-Daten für das dritte Quartal 2010 belegen: Den größten Anteil an insgesamt 188 Milliarden Ad Impressions verbucht in Deutschland Facebook. Mit 15,6 Milliarden kommt das Social Network auf rund acht Prozent.

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