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„Es ist klug, dass er Schluss macht“

Es war das letzte Mallorca-Special: Am Samstag hat sich Thomas Gottschalk aus der Stierkampfarena von Palma mit großem Tamtam verabschiedet. Spiegel Online bewertet die Show als einen "angemessen Abschied", auch wenn sie sich nicht von der Sendung aus dem Vorjahr unterschied: "Deshalb ist es klug, dass er Schluss macht", so das Fazit. Dem hält man bei Faz.net entgegen: "Das Publikum hat sich noch nicht an ihm satt gesehen." MEEDIA dokumentiert die besten Pressestimmen.

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FR-Online

"Es ist Gottschalks gutes Recht, die Moderation von ‚Wetten, dass …?‘ abzugeben. Es wäre auch nicht anfechtbar gewesen, wenn er dabeigeblieben wäre. Aber angesichts dieses mehrfach hinausgezögerten Abgangs und der bereits öffentlich diskutierten neuen Projekte Gottschalks wirkt es längst nicht mehr glaubwürdig, wenn er weiterhin den Unfall vom Dezember letzten Jahres als Grund für seine Entscheidung angibt. (…) Im Großen und Ganzen hätte sich die Sendung nicht wesentlich von der Vorjahresausgabe unterschieden, hätte nicht Gottschalk kurz vor Schluss einen Mann aus dem Publikum nach unten gebeten, um ihn die letzte Wette moderieren zu lassen: Frank Elstner zögerte nicht lange, wurde mit Beifallstürmen gefeiert und erledigte die ihm übertragene Aufgabe mit so viel Vorwissen über die Kandidaten, dass man an einen spontanen Einfall Gottschalks nicht recht glauben möchte."

Welt Online

"Wahrscheinlich war das Ganze nur ein Trick. Ein durchsichtiges PR-Manöver, um auch die Zuschauer zu mobilisieren, die „Wetten, dass..?“ zuletzt nur noch im Notfall eingeschaltet hatten, wenn die Ur-Oma zu Besuch war oder als Sedativum, um den hyperaktiven Goldhamster zu beruhigen. Thomas Gottschalk geht gar nicht. Er droht nur damit. So entfacht er einen Hype. (…) Nie war der Small Talk auf der Couch so unterhaltsam wie dieses Mal. ‚Kennst Du Dieter Bohlen?‘, fragte Gottschalk Jennifer Lopez, die neuerdings auch in der Jury einer Talentshow sitzt, bei ‚American Idol‘, der US-Version von ‚Deutschland sucht den Superstar‘. ‚Yes.‘ ‚Kennst Du auch Bratwurst‘, wollte Sebastian Vettel von JLo wissen. ‚Wie kommst Du von Bohlen auf die Bratwurst?‘, hakte Gottschalk schlagfertig nach."
Stern.de
"Jawohl, das hier ist die Abschiedsparty von ‚Wetten, dass‘-Moderator Thomas Gottschalk, kein Mann, der leise geht. Ganz im Gegenteil. (…) Vielleicht liegt es an den milden Temperaturen, aber fast alle Beteiligten der Sendung wirken extrem entspannt, Gottschalk vorneweg. Von den sonst so unsäglichen Couch-Gesprächen bleibt sogar etwas hängen: Bohlen zum fünften Mal Vater, Gottschalk gerade Großvater geworden, und Cameron Diaz ist doch nicht wieder Single. Dafür will sie aber mit Kevin James einen Film drehen. (…) Gottschalk wird sich sicher noch ein wenig feiern lassen, auch zu Recht für seine Verdienste. Und würde es eigentlich irgendjemanden wundern, wenn Gottschalk Ende des Jahres doch weitermacht? Das würde er bestimmt auch für uns tun, und nur ein klein wenig für sich."
Faz.net
"Es war wieder einmal der ganz große Kindergeburtstag, mit prominenten Gästen und einigermaßen ausgefallen Wetten, von denen leider einige knapp misslangen. (…) Und das ist das Problem von ‚Wetten, dass ..?‘ und wird es auch ohne Thomas Gottschalk bleiben: prominenten Langweilern, die nur etwas zu ihrem nächsten Film, der neuen Platte und gerade noch sagen können, wie schwierig es ist, die Karriere als Superstar mit den Pflichten einer Mutter (seltener eines Vaters) in Einklang zu bringen, hört man – da mögen sie noch so schön anzusehen und leicht bekleidet sein – im Laufe des Fernsehabends nur noch im Halbdämmer zu. Bemerkenswert ist jedoch, wie das ZDF die Konkurrenz von RTL an diesem Abend ausschaltete: Gottschalk hatte nicht nur seinen ärgsten Samstagabendquoten-Widersacher Bohlen zu Gast (der im weißen Anzug einritt, nicht weiter auffiel und gottlob nicht sang), sondern auch den letzten Gewinner von „Deutschland sucht den Superstar“, Pietro Lombardi, und dessen neue Liebe Sarah, die den DSDS-Fans ebenfalls ein Begriff ist. Nehmen wir noch Cindy aus Marzahn hinzu, war die Anleihe bei RTL schon erheblich. So kann man der Konkurrenz auch begegnen: mit dem Zweiten sieht man Privatfernsehen. (…) Das Publikum jedoch, das war an diesem Abend abermals deutlich zu erkennen, mag ihn und hat sich noch nicht an ihm satt gesehen. Es dürfte ihm auch folgen – zu einem anderen Sender und in eine andere Sendung, solange diese nicht so langweilig ist wie die weibliche Promigästeschar bei ‚Wetten, dass ..?‘ an diesem Abend."
Sueddeutsche.de
"Auf Wetten, dass..? will nach 30 Jahren eigentlich keiner verzichten. Die Sendung macht Spaß, immer noch. Vor allem Thomas Gottschalk selbst, und damit allen anderen. (…) Die Stars plaudern, und klar, sie dürfen nebenher ihre neuen Produkte vorstellen. Was gesagt wird, ist nicht wichtig. Geschenkt. Nach einer guten Party kann man sich eh nicht mehr an die Gespräche erinnern. (…) Und angestrengte Gastgeber sind leider selten gute Gastgeber."
Spiegel Online
"Insofern war es ein angemessener Abschied von "Wetten, dass..?", der Sendung, die Gottschalk zum bekanntesten Showmaster des Landes gemacht hat. Vor allem aber war es ein Abschied, der um jeden Preis das Risiko vermeiden wollte – nicht nur das Risiko potentiell gefährlicher Wetten, sondern auch das, die Zuschauer noch in irgendeiner Form zu überraschen. (…) Dieter Bohlen war wieder da – wie vor einem Jahr. Cindy aus Marzahn durfte wieder Gottschalks aufdringlichen Sidekick spielen – wie vor einem Jahr. Zwischendurch ließ sich Gottschalk vom La-Ola-begeisterten Publikum kurz aus dem Konzept bringen – wie in jedem Jahr zuvor. Und wenn mittendrin wegen eines technischen Fehlers die Leitung zusammengebrochen wäre, hätte das ZDF ganz einfach die Mallorca-Sendung aus 2010 über den Sender schicken können. Es wäre nicht weiter aufgefallen. Gottschalk weiß das sehr genau, und deshalb ist es klug, dass er Schluss macht, so lange sein Publikum ihm noch selbstgemalte Schilder hochhält."

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