Quiz-Satire: Jauch klagt gegen Buch-Cover

Als Quizshow-Moderator erlaubt er sich so manchen Spaß, nur wenn es um ihn geht, ist die Grenze schnell erreicht: Günther Jauch klagt gegen den Solibro Verlag wegen der Verletzung von Persönlichkeitsrechten. Die Münsteraner veröffentlichten das witzige Buch "Ich war Günther Jauchs Punching-Ball. Ein Quizshow-Tourist packt aus", dessen Cover ein verfremdetes Bild des Moderators mit runtergezogenen Mundwinkeln zeigt. Im Juli wird am Landgericht Hamburg entschieden, ob sich Jauch die Satire gefallen lassen muss.

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Autor des Buches ist der Werbetexter Peter Wiesmeier, der als Quizfan hinter die Kulissen von Shows wie "Wer wird Millionär" oder auch "Der große Preis" blickt und seine Erfahrungen als Kandidat mit viel Ironie aufgeschrieben hat. Das Buch-Cover zeigt eine Aufnahme von Jauch aus der Sendung "Wer wird Millionär", das perspektivisch verändert wurde. Seit September 2010 ist das Werk auf dem Markt – und seitdem dauert der Streit mit Günter Jauch auch an.
Der Quizshow-Moderator drohte zunächst mit einer einstweiligen Verfügung, um die Verbreitung und Veröffentlichung des Buches mit seinem Konterfei zu verhindern. Der Solibro Verlag lehnte diese Forderung als unbegründet ab. Die einstweilige Verfügung wurde dann von Jauch nicht beantragt. Es folgte eine strafbewehrte Unterlassungserklärung, ebenfalls vergeblich. Nun geht Jauch den nächsten Schritt und klagt vor dem Landgericht Hamburg.
Der Solibro Verlag erwartet die Abweisung dieses Unterlassungsbegehrens durch das Gericht: "Günther Jauch sei eine der bekanntesten Personen im Fernseh- und Unterhaltungsbereich. Deswegen sei er für die Öffentlichkeit von besonderem Interesse und müsse sich auch die satirische Auseinandersetzung mit seiner Person gefallen lassen. Aufgrund des eindeutig satirisch-karikaturistischen Charakters des Buchcovers sei Jauchs Behauptung abwegig, hier bestünde die Möglichkeit, dass das perspektivisch überzeichnete Bild – als vermeintlich authentische Abbildung – zu einer Verwechslung mit der realen Person des Entertainers führe", teilte der Verlag in einer Pressemitteilung mit.
Jauch gilt generell als sehr klagefreudig. Zuletzt erreichte er gegen das Yellow-Heft neue Woche einen Teilerfolg. Das Burda-Blatt hatte mit dem TV-Star und seiner Frau aufgemacht und in einem Artikel behauptet: "Sicherlich war er auch zu Tränen gerührt, als er vom Schicksal sozial benachteiligter Kinder in seinem Wohnort Potsdam hörte." Hierzu konnte Jauch eine Gegendarstellung durchsetzen, bei der Titelseite blieb er aber erfolglos.  
Ob es Jauch gelingt, erfolgreich gegen die satirische Darstellung des Buch-Covers aus dem Solibro-Verlag vorzugehen, wird im Juli entschieden. Die Chancen dürften nicht allzu gut sein.

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