Anti-Preis: Goldener Windbeutel für Ferrero

Peinlicher Preis für die Milch-Schnitte: Foodwatch hat das Ferrero-Produkt als "dreisteste Werbelüge 2011" mit dem Goldenen Windbeutel ausgezeichnet. In einer Web-Abstimmung sprachen sich 43,5 Prozent der 51.139 Teilnehmer für den Snack aus. Offenbar aus gutem Grund: Denn nach ihrer Ansicht gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen dem Werbeversprechen und dem tatsächlichen Produkt. Die angeblich "leichte Zwischenmahlzeit" besteht zum großen Teil aus Fett und Zucker.

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Trotzdem findet Ferrero, dass die Milch-Schnitte „leicht schmeckt“, „nicht belastet“ und deswegen „ideal für zwischendurch“ ist. Damit dies auch der Verbraucher so sieht, wird mit diesen Eigenschaften kräftig geworben. Meistens in Kombination mit Spitzensportlern. Schließlich will ja auch eine erfolgreiche Profi-Boxerin etwas essen, das „nicht so reinhaut“.

Dass diese Zwischenmahlzeit in Wahrheit zu 60 Prozent aus Fett und Zucker besteht, wird in diesen Werbespots dann aber lieber verschwiegen. Vielleicht, weil Fett und Zucker irgendwie nicht in das Konzept der „leichten Zwischenmahlzeit“ passen. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch jedenfalls fand, dass die Milch-Schnitte damit ein würdiger Kandidat für den Goldenen Windbeutel 2011 sei. Deswegen wurde sie in den Kreis der Nominierungen aufgenommen.

Bei der Online-Abstimmung belegte die „Zwischenmahlzeit“ nun auch den ersten Platz. „Die Milch-Schnitte ist ein würdiger Preisträger“, heißt in der Pressemiteilung von Foodwatch. Danach folgen „Activia“ von Danone (28,9 Prozent), „Nimm2“ von Storck (16,1), die Kinderwurst „Ferdi Fuchs“ von Stockmeyer (5,9) und „Kühnes“ Schlemmertöpfchen (5,7 Prozent).  
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"Nimm2" wollte seine Nominierung verhindern. Foodwatch konterte mit diesem Viral-Clip

Seit 2009 zeichnet die Organisation Foodwatch um Geschäftsführer Thilo Bode regelmäßig Lebensmittel mit dem Goldenen Windbeutel aus.  Ein Preis, den viele Lebensmittelhersteller offenbar gar nicht so gerne bekommen möchten. Im Vorfeld der aktuellen Nominierung hatte das Unternehmen Storck versucht, die Nominierung ihres Produkts „Nimm2“ zu verhindern. Die Begründung: Die Werbung richte sich nicht an Kinder, sondern an Erwachsene. Und die könnten sehr wohl erkennen, dass es sich bei „Nimm2“ um Süßwaren handelt. Eine Steilvorlage für Foodwatch. Die Verbraucherschützer schauten sich daraufhin die Werbetrailer des Herstellers etwas genauer an. Das ironische Ergebnis können Sie sich hier anschauen.

Den Goldenen Windbeutel 2011 will Foodwatch dem der Firma Ferrero im Laufe des Freitags am Firmensitz in Frankfurt überreichen.

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