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Pandora: Knapp drei Mrd. Dollar Börsenwert

Das Kursfeuerwerk der Internet-Börsendebütanten geht weiter: Nach LinkedIn und Yandex bescherte auch Pandora Aktionären üppige Zeichnungsgewinne. In der Spitze um 62 Prozent sprangen die Anteilsscheine des amerikanischen Musik-Streaming-Dienstleisters in den ersten Handelsminuten nach oben. An einem sehr schwachen Tag an der Wall Street bröckelten die Gewinne jedoch zunehmend ab. Zum Ende blieb ein Plus von nicht mal zehn Prozent. Damit ist Pandora trotzdem fast 3 Milliarden Dollar wert.

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Das Kursfeuerwerk der Internet-Börsendebütanten geht weiter: Nach LinkedIn und Yandex bescherte auch Pandora Aktionären üppige Zeichnungsgewinne. In der Spitze um 62 Prozent sprangen die Anteilsscheine des amerikanischen Musik-Streaming-Dienstleisters in den ersten Handelsminuten nach oben. An einem sehr schwachen Tag an der Wall Street bröckelten die Gewinne jedoch zunehmend ab. Zum Ende blieb ein Plus von nicht mal zehn Prozent. Damit ist Pandora trotzdem fast 3 Milliarden Dollar wert.

Die Feuerprobe wurde bestanden: 
An einem Tag, an dem wegen der Eskalation der Griechenland-Krise an den Aktienmärkten die Welt unterzugehen schien, debütierte Pandora an der Wall Street unter dem schlichten Tickersymbol "P". Anleger, die sich trotz des zweifach angehobenen Ausgabekurses von 16 Dollar nicht abschrecken ließen, wurden mit Kurssteigerungen gegen den Markttrend belohnt.

Und das zunächst gleich reichlich: Bei 20 Dollar wurde die Erstnotiz des beliebtesten Internet-Radio-Anbieters der USA festgestellt. Bis auf 26 Dollar schossen die Anteilsscheine wenig später sogar empor – das entsprach einem Plus von happigen 62 Prozent gegenüber dem Ausgabekurs. Pandora schickte sich zum Debüt an den Aktienmärkten damit an, in die Fußstapfen von Yandex und LinkedIn zu treten, die Wochen zuvor in ähnlichen und noch größeren Dimensionen haussiert waren.

Gewinne schrumpfen von 62 auf 9 Prozent in sechseinhalb Stunden

Dann überschlugen sich die Ereignisse in Griechenland, Ministerpräsident Papandreou bot seinen Rücktritt an, der Euro brach ein – und mit ihm die Weltbörsen. Die schönen Zeichnungsgewinne schmolzen für Pandora-Aktionäre zusammen. Zum Handelsende, als die Pandora-Papiere bei 17,45 Dollar auf dem Tagestief schlossen, blieb gerade noch ein Plus von 9 Prozent über. Doch immerhin: Ein Plus an einem rabenschwarzen Börsentag!

Analysten und Marktbeobachter werteten Pandoras Börsenstart dann auch als Erfolg. "Pandora hat einen erstaunlichen Enthusiasmus unter Anlegern entfacht", findet etwa der Vermögensverwalter Don Dion. "Anleger versuchen weiter aus dem großen Social Media-Hype Kapital zu schlagen." "Pandora hat einfach einen schlechten Tag als Börsenstart erwischt", erklärt der Daytrader Timothy Collins den Kursverlauf. "Es wird interessant sein zu sehen, wie ein Unternehmen, das noch keine Gewinne schreibt,  nach dem Börsengang gehandelt wird."

Hohe Erwartungen:  Pandora mehr wert als Tui oder Douglas

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Damit spricht Collins einen wunden Punkt an. Der mit 90 Millionen registrierten Mitgliedern größte Internet-Radio-Anbieter der USA setzte im vergangenen Jahr 137 Millionen Dollar um, verlor dabei aber 1,7 Millionen Dollar. Gemeinsam mit Seiten wie last.fm, iLike und Lala.com hat Pandora die Hörgewohnheiten und Musikindustrie beeinflusst, aber lange nach einem tragfähigen Geschäftsmodell gesucht.

Das scheint auch weiterhin fraglich: Im ersten Quartal dieses Jahres zogen die Umsätze zwar auf 51 Millionen Dollar an, die Verluste weiteten sich aber ebenfalls aus und beliefen sich in den ersten drei  Monaten auf fast 7 Millionen Dollar. "Diese ganze neue Generation von Internet-Unternehmen, die jetzt an die Börse strebt, wird auf Basis der Erwartungen gehandelt und nicht auf Basis ihrer Bilanzen", findet etwa Wedbush-Analyst Michael Pachter im Vorfeld des Börsengangs.

Und diese Erwartungen sind seit gestern eher größter geworden. Bei einem Börsenwert von 2,8 Milliarden Dollar oder 2 Milliarden Euro ist der nur in den USA zugelassene Online-Musikanbieter nun nicht nur genauso viel wert wie das Münchner Medienkonglomerat ProSiebenSat.1, sondern sogar mehr als deutsche Traditionskonzerne wie Douglas oder Tui. Ob der Trend anhält, können Anleger ab heute an der Wall Street weiter verfolgen. 

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