ZDF-Intendantenwahl: Kandidat scheitert mit Eilantrag

Am kommenden Freitag wählt der ZDF-Fernsehrat einen neuen Intendanten. Mit aller Wahrscheinlichkeit wird Thomas Bellut, derzeit Programmdirektor, Nachfolger von Markus Schächter. Ein anderer Kandidat scheiterte nun mit seinem Eilantrag, die Wahl vorzeitig zu stoppen, weil er für seine Eigenbewerbung keine Unterstützung erhielt.

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Der Antragsteller hatte sich selbst für das Amt beworben, jedoch von keinem Mitglied des Fernsehrates seine Zustimmung in Form eines Wahlvorschlags erhalten. Die Regeln bei einer Eigenbewerbung besagen, dass mindestens ein Fernsehratmitglied den Kandidaten vorschlagen muss. Da das nicht erfolgte, stellte der Kandidat beim Verwaltungsgericht  in Mainz einen Eilantrag zum Stoppen des Verfahrens, weil er durch die Regelung benachteiligt werde. Außerdem verletze es seine Rechte, dass er anders als ein Mitbewerber, der derzeitige Programmdirektor, nicht vom Fernsehrat zu einer persönlichen Vorstellung eingeladen worden sei. Schließlich sei bereits die Zusammensetzung des Fernsehrates wegen Verstoßes gegen das parteipolitische Beherrschungsverbot verfassungswidrig.
Die Richter lehnten den Antrag ab. Dass nur solche Eigenbewerbungen in das Wahlverfahren einbezogen würden, die zumindest von einem Mitglied des pluralistisch besetzten Fernsehrates unterstützt würden, sei angesichts des für die Wahl zum Intendanten zu erreichenden hohen Quorums von drei Fünftel der Stimmen gerechtfertigt. Denn habe ein Bewerber keinerlei Unterstützer im Fernsehrat, dann werde er das hohe Quorum kaum erreichen.
Es ist nicht bekannt, wer sich hinter dem Eilantrag verbirgt. Wie Sat+Kabel berichtet, hat Claudius Seidl aber nichts damit zu tun. Der Feuilleton-Chef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hatte sich ebenfalls als Kandidat für die Schächter-Nachfolge ins Rennen gebracht.

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