Werbeumsätze: Sport Bild Flop, Glamour top

Der Mai war für die Zeitschriftenbranche ein recht wechselhafter Monat. Während zahlreiche Magazine ihre Brutto-Werbeumsätze deutlich verbessern konnten, stieg die Zahl der Titel, die weniger als im Vorjahr umsetzten, wieder an. Bei den großen Magazinen dominieren allerdings die Gewinner: 39 der Top-50-Zeitschriften legten gegenüber 2010 zu, darunter auch die beiden Führenden stern und Bild am Sonntag. Größter Gewinner ist nach Ablauf des Mai nun Glamour, am deutlichsten verloren hat Sport Bild.

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14,80 Mio. Euro setzte Springers Sportmagazin laut Nielsen in den ersten fünf Monaten des Jahres brutto mit Anzeigen um – ein Minus von 17,4%, bzw. 3,13 Mio. Euro, mit dem es auf Platz 1 der Verlierer-Top-10 springt. Ein Hauptgrund für die Entwicklung dürfte die Fußball-WM 2010 sein, die der Sport Bild im vergangenen Jahr mehr Werbung bescherte. Konkurrent kicker leidet nicht so sehr. Zwar setzte auch er im Mai weniger um als vor einem Jahr, doch auf das Gesamtjahr gerechnet liegt die Montags-Ausgabe noch mit 6,5% im Plus.

Im Verlierer-Ranking folgen hinter der Sport Bild der Focus, der nach dem April noch die Nummer 1 in dieser Liste war, sein Minus im Mai aber etwas abbauen konnte. Auf Rang 3 folgt die Bravo, deren Umsatzrückgang von 16,0% exemplarisch für die Jugendzeitschriften steht, dem einzigen bedeutenden Segment, das in der Nielsen-Anzeigenstatistik unter den Vorjahreszahlen liegt. Nicht mehr in der Flop 10 vertreten ist hingegen Der Spiegel, der nach dem April noch auf Platz 2 lag, sein Minus aber auf nur noch 0,7% drücken konnte.

Während sich mit Brigitte, Lisa und Bild der Frau auch drei Frauenzeitschriften im Verlierer-Ranking platzierten, finden sich bei den Gewinnern sogar fünf Titel mit eher weiblichem Publikum: Glamour und InStyle auf den Plätzen 1 und 2, sowie Vogue, Gala und Elle auf den Rängen 8 bis 10. Glamour machte dabei im Vergleich zum April-Ranking einen Sprung von 4 auf 1. Die beiden Führenden des Vormonats, ADAC Motorwelt und Auto Bild finden sich nun auf 3 und 4.

Umsatzstärkste Zeitschrift des Landes ist nun wieder der stern. Im Vormonat noch Nummer 2 hat das Magazin die Bild am Sonntag überholt. Außerdem liegt der stern mit 4,2% recht komfortabel über den Vorjahres-Zahlen. Hinter der BamS folgen auf den weiteren sechs Plätzen fünf Verlierer: Der Spiegel, Focus, Brigitte, freundin und Bild der Frau. Insgesamt dominieren in der Top 50 aber wie gesagt die Gewinner. Am deutlichsten zulegen konnten auf den ersten 25 Plätzen prozentual gesehen Glamour (+35,3%), InStyle (+25,4%) und TV 14 (+20,9%).

Die größten Aufsteiger auf den Rängen 26 bis 50 heißen Schöner Wohnen (+19,6%), Computerwoche (+17,4%) und Zeitmagazin (+17,0%), verloren haben mit der Sport Bild, der Apotheken Umschau A, rtv Ost, Lisa und Focus Money nur fünf Titel.

Wie immer muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht als solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Titel und den Werbedruck sind sie dennoch.

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