Mobiler Markt ist größter Innovationstreiber

Google hat gestern seine “Soziale Suche” auch für Deutschland freigegeben. Sie soll dabei helfen, mehr relevante Informationen von Freunden und Personen zu finden. Sucht man Informationen über Fotografie und ein Freund hat dazu einen Artikel verfasst, wird dieser Eintrag höher gerankt. Viel interessanter sind aber die News, die Google zeitgleich in den USA präsentierte. Sie sind einmal mehr der Beweis dafür, dass die Grenzen zwischen Computer und mobilen Endgeräten sukzessive verschwinden.

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Google hat gestern seine “Soziale Suche” auch für Deutschland freigegeben. Sie soll dabei helfen, mehr relevante Informationen von Freunden und Personen zu finden. Sucht man Informationen über Fotografie und ein Freund hat dazu einen Artikel verfasst, wird dieser Eintrag höher gerankt. Viel interessanter ist aber das, was Google in den USA vorgestellt hat. Es ist einmal mehr der Beweis dafür, dass die Grenzen zwischen Computer und mobilen Endgeräten verschwimmen.

Die soziale Suche soll dabei helfen, Websites von Freunden und Links aus Twitter schneller zu finden. Diese sozialen Suchergebnisse erscheinen nur, wenn man mit seinem Google-Konto eingeloggt ist.

Ein smartes Konzept. Viel bedeutender dürften aber die Such-Updates sein, die Google in den USA vorgestellt hat. Dort bekommt die Suche am Computer drei neue Kern-Features: eine Sprachunterstützung, die es jedem User mit Mikrofon erlaubt, via Stimme zu suchen. Eine Bildersuche, die hochgeladene Bilder mit bereits im Web vorhandenen abgleicht. Das dritte Feature, Instant Pages, ermöglicht einen extrem schnellen Seitenaufbau. Das soll dadurch ermöglicht werden, dass Seiten vorgerendert werden. In ersten Tests lud beispielsweise die Seite der Washington Post in 0 Sekunden, anstatt in durchschnittlich 3,2 Sekunden.

Zwei dieser drei Neuerungen dürften allerdings Besitzern eines Android-Smartphones schon bekannt vorkommen. Auf Googles mobilem Betriebssystem gibt es schon seit einigen Monaten eine gut funktionierende sprachgesteuerte Suche. Und Googles Goggles dürfte immer noch einer der großen Vorteile gegenüber Apples iOS sein. Dass die Funktionen erst jetzt für den Computer portiert wurden, ist eine Konsequenz aus der neuen “Mobile-first”-Direktive, die CEO Eric Schmidt vor rund einem Jahr verkündete. Gleichzeitig markieren sie einmal mehr eine Trendwende, bei der die Grenzen zwischen Mobile und “normalen” Computern immer mehr verschwimmen.

Das belegt auch Apples jüngste Keynote auf der Entwicklerkonferenz WWDC. Neben den Updates für das mobile Betriebssystem iOS stellte Jobs auch einige der neuen Features von Mac OS X Lion vor. Das lehnt sich optisch und funktional immer stärker an iOS an. Ein neues Desktop-Tool namens “Mission Control“ vereint die bisherigen Funktionen Exposé, Dock, Dashboard und Spaces in einer Übersicht. Darüber hinaus lassen sich installierte Apps im Schnellzugriff starten – wie wir es auch von iOS kennen.

Auch die auf dem iPhone erlernten Multitouch-Gesten versteht das neue Mac OS X. Vorausgesetzt, Sie nutzen dafür das Magic Trackpad oder das Trackpad Ihres Macbooks. Das Betriebssystem lässt sich außerdem nur noch über den Mac Appstore aufspielen. Apple spart sich die Kosten für Verpackung und Versand und bietet dafür ein komplettes System für nur 23,99 Euro an. Damit etabliert Apple konsequent sein mobiles Erfolgsmodell Appstore auf dem Computer.

Patente, die Apple Ende vergangenen Jahres einreichte, ließen schon darauf schließen, dass die Grenzen zwischen den beiden Systemen zunehmend verschwimmen. Die Skizzen erweckten den Eindruck, dass Apple einen iMac touch entwickelt. Ein Desktop-Rechner, der sich sowohl mit Maus und Tastatur, aber in liegender Position mit den Fingern mittels Multitouch bedienen lässt.

Die dem Antrag beigefügten Skizzen zeigen den Betrieb zweier unterschiedlicher Benutzeroberflächen. Eine High-End-Version für die Bedienung mit Tastatur und Co. sowie eine Low-End-Oberfläche für die Bedienung mit den Fingern. Was Jobs nun vorstellte, kommt einem “iMac touch” sehr nah. Der Computer lässt sich zwar weiterhin mit Maus und Tastatur steuern, aber eben auch mit Hilfe von Multitouch-Gesten. Viele der 250 Updates für Mac OS X Lion haben ihren Ursprung in iOS.

Die Frage, die sich nun stellt: Wo geht die Reise hin? Zwei der größten IT-Konzerne der Welt haben sich immerhin dafür entschieden, Mobile den Vorrang zu geben. Dass Computer künftig mit zwei Betriebssystem, einem touchoptimierten und einem “normalen”, laufen, ist eher unwahrscheinlich. Zu groß wären die technischen Hürden. Allerdings ist der Markt für mobile Endgeräte der größte Innovationstreiber und dürfte auch andere IT-Konzern, vor allem Microsoft, dazu bewegen, Erfahrungen aus dem mobilen Markt in die Entwicklung smarterer Systeme einfließen zu lassen.

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