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Bertelsmann löst die Direct Group auf

Finaler Schritt in einem strategischen Rückbau: Der Medienkonzern Bertelsmann ordnet die Geschäfte der Direct Group neu und löst die Gruppe als autarken Unternehmensbereich zum Monatsende auf. Damit vollzieht das Unternehmen, was der seit 2008 agierende CEO Hartmut Ostrowski mehrfach angedeutet hatte. Nach dem erfolgten Verkauf der Geschäfte in Frankreich wäre die Direct Group im Vergleich zu den verbleibenden vier Kernsäulen RTL Group, Random House, G+J und Arvato schlicht nicht mehr umsatzstark genug gewesen, um einen eigenen Bereich zu tragen.

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Die Club- und Direktmarketinggeschäfte in den deutschsprachigen Ländern, in Spanien und Osteuropa werden organisatorisch künftig unter Corporate Investments geführt, die im Bertelsmann-Vorstand Thomas Rabe verantwortet. Zu den Corporate Investments gehören unter anderem die Aktivitäten von BMG im Musikrechtegeschäft sowie die Fonds Bertelsmann Digital Media Investments (BDMI) und Bertelsmann Asia Investments (BAI).

Für die osteuropäischen Buchvertriebsgeschäfte in Russland und der Ukraine sowie in Tschechien und der Slowakei werden strategische Optionen, die einen möglichen Verkauf einschließen, geprüft, teilte der Konzern am Mittwochmorgen mit. Im Unternehmensumfeld rechnet man damit, dass diese Segmente nun zügig "in einen Verkaufsprozess gebracht" werden. Fernando Carro, CEO der Direct Group, bleibt für die Direct Group verantwortlich. Er wird darüber hinaus wie es heißt "weiterführende Aufgaben im Konzern übernehmen, unter anderem bei der Erschließung von Wachstumsmöglichkeiten in Mittel- und Südamerika sowie in Spanien".

Vorstandschef Hartmut Ostrowski sagte: "Im Rahmen unserer Strategie, das Wachstumsprofil von Bertelsmann zu verbessern, haben wir die internationalen Geschäfte der Direct Group seit 2008 schrittweise verkauft. Mit der Abgabe der Aktivitäten in Frankreich haben wir einen weiteren Meilenstein erreicht, nachdem wir uns zuvor bereits von zahlreichen anderen Geschäften getrennt hatten. Die Entscheidung zur Neuordnung der verbliebenen Clubgeschäfte stellt den Abschluss des Rückbaus der Direct Group und damit eines großen strategischen Arbeitspaketes dar."

Fernando Carro, CEO der Direct Group, erklärte: "Diese organisatorische Veränderung ist die logische Fortsetzung der strategischen Prioritäten des Gesamtkonzerns. Wir haben versucht, für jedes Geschäft eine gute Lösung zu finden und streben dies auch für die Geschäfte in Osteuropa an."
In einem Brief an die Mitarbeiter des Club-Geschäfts warb Vorstandschef Ostrowski um Verständnis für die strategische Neuordnung. Es gehe darum, "das Wachstumsprofil von Bertelsmann nachhaltig zu stärken und so die Kontinuität des Konzerns zu sichern". Ostrowski weiter: "Für Sie und Ihre tägliche Arbeit sind mit diesen Maßnahmen keine Veränderungen verbunden."

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