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Polizei fahndet bei Facebook nach Rasern

20 Millionen Deutsche sind bei Facebook registriert. Dieses Riesen-Archiv an frei zugänglichen persönlichen Daten macht sich die Polizei jetzt zunutze: Wer geblitzt wird, muss damit rechnen, über das soziale Netzwerk ausfindig gemacht und zur Bußgeldzahlung gezwungen zu werden, berichtet die Hamburger Morgenpost. Gelingt der Abgleich mit den Blitzerfotos, haben Raser keine Chance mehr, um die Strafe herumzukommen. Auch wenn ein Gesetz das bisher ermöglichte.

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Da es in Deutschland keine Kfz-Halterhaftung gibt, bestreiten viele Schnellfahrer, am Steuer gesessen zu haben. Vor allem wenn es ein Firmenwagen oder das Auto eines Bekannten war. Doch das schützt nicht, wenn man bei Facebook registriert ist, sagte Frank Häcker vom Deutschen Anwaltsverein zur Hamburger Mopo: "Wer Bilder mit Namen in sozialen Netzwerken hinterlegt, ist datenschutzrechtlich ausgeliefert."
Aufmerksam wurde die Mopo auf die neuen Recherchemethoden der Polizei durch einen konkreten Fall aus Nordrhein-Westfalen. Dort fuhr ein Geschäftsmann mit seinem BMW auf der Autobahn 1 bei Münster seinem Vordermann auf der Überholspur viel zu dicht auf. Die Polizei blitzte ihn. Doch der Beschuldigte bestritt, am Steuer gesessen zu haben und nahm sich einen Anwalt.
Mit dem Blitzerfoto konnten die Ermittler ihn aber schnell identifizieren: Sie fahndeten bei Facebook nach dem Namen des mutmaßlichen Rasers und erkannten ihn anhand des Profilbilds. Hamburgs Polizeisprecher Holger Vehren begründete das Vorgehen gegenüber der Mopo so: "Es handelt sich schließlich um offen zugängliche Daten." Dem Anwalt blieb da nur noch der Rückzug.

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