Konstantins gläserner Debattier-Club

Ein Beteiligter spricht von einem "Fehlstart", die meisten Beobachter lächeln milde und Konstantin Neven DuMont selbst ist begeistert, dass ohne sein aktives "Zutun" ein Autorennetzwerk gegründet wurde. Was war passiert? Zum Start seines geplanten Portals gab der Kölner Autoren die Möglichkeit, sich via Online-Formular zu bewerben. Das Antwortschreiben verriet jedoch alle Bewerberidentitäten. Das Resultat davon ist ein wunderbarerer Schwank über den holprigen Start von KNDMs ehrgeizigem Web-Projekt.

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Ein Beteiligter spricht von einem "Fehlstart", die meisten Beobachter lächeln milde und Konstantin Neven DuMont selbst ist begeistert, dass ohne sein aktives "Zutun" ein Autorennetzwerk gegründet wurde. Was war passiert? Zum Start seines geplanten Portals gab der Kölner Autoren die Möglichkeit, sich via Online-Formular zu bewerben. Das Antwortschreiben verriet jedoch alle Bewerberidentitäten. Das Resultat davon ist ein wunderbarerer Schwank über den holprigen Start von KNDMs ehrgeizigem Web-Projekt.

In seinem Blog hat der Kölner Drehbuchautor Christoph Mathieu die – teils skurrilen – Vorgänge dokumentiert. Angefangen hat alles mit einer Mail von einer KNDM.de-Redakteurin, die die Bewerber um weitere Unterlagen bat. "Über die zahlreichen Zuschriften haben wir uns sehr gefreut. KNDM hat den Anspruch kritisch, nachhaltig, direkt und meinungsbildend zu sein", schrieb sie. Weiter heißt es in der Mail: "Wir versuchen Menschen zu einer aktiven Teilnahme an Meinungsbildungsprozessen in Zeiten einer zunehmenden Politikverdrossenheit."

Neue Facebook-Gruppe des Autorennetzwerkes

Wie offen dieser Prozess tatsächlich in einer so frühen Phase des Projektes betrieben wird, verwunderte die meisten Bewerber dann doch. Denn in der Mail wurden einfach an alle Namen in die Adresszeile kopiert, statt in das BCC-Feld. Die Folge: Alle Bewerber konnten die Namen ihrer potentiellen Job-Rivalen lesen.

Lustiger Nebeneffekt: Die Bewerber konnten auch gleich miteinander reden, was sie dann auch gleich reichlich taten. So schrieb ein Bewerber: "Ich bin positiv beeindruckt von dem von Ihnen gewählten innovativen Ansatz, bereits in der Bewerbungsphase alle Interessentinnen und Interessenten untereinander zu vernetzen. So eröffnet sich für uns alle die Möglichkeit, gemeinsam miteinander ein optimal auf die Bedürfnisse von KNDM zugeschnittenes Angebot zu erstellen."

Die nächste Antwort kam gleich fix hinterher: "Auch ich freue mich, Sie alle bereits kennenlernen zu dürfen. Ich würde vorschlagen, dass wir gleich mit der Arbeit beginnen und – sobald uns mitgeteilt wurde, wie wir honoriert werden – unsere Artikel über diese Mailinglist austauschen und zu einem spannenden, innovativen und vor allem sehr schnellen Internet-Journalismus-Projekt zusammenzuschmelzen."

Irgendwann schaltete sich dann auch die KNDM.de-Mitarbeiterin in die Diskussion ein. "Liebe Leute", schrieb sie. "Das mit dem nicht anonymen Verteiler war natürlich ein Fehler von meiner Seite – wie ich bereits heute schon mehrfach geschrieben habe. Da zur Zeit noch nicht klar ist wer auf welcher Position, für was arbeiten will und bereits schon Bemerkungen bezüglich des Datenschutzes geäußert wurden, würde ich vorschlagen, diese geschlossene Diskussion erst einmal zu beenden und erst dann fortzuführen, wenn alle beteiligten auch diesem Prozedere zugestimmt haben."

Die potentiellen Bewerber reagierten unterschiedlich auf den Rundmail-Faux-Pas. So schreibt Mathieu: "Ich bin nur nicht sicher, wer sich bei dem Start-Up-Unternehmen noch bewerben will. Wie unprofessionell hier mit Daten umgegangen wurde, ist schon ziemlich peinlich." Daniel Braun geht schon härter mit dem Fall ins Gericht. Er spricht von einem "eindeutigen Fehlstart". "Fehler können überall passieren, die E-Mails von dutzenden Bewerbern offenzulegen allerdings ist eine Datenschutzpanne die man durch leichtes nachdenken und überfliegen einer Mail verhindern kann und hilft nicht gerade das vertrauen in ein neues Medium zu stärken."

Der Chef scheint zufrieden. Ohne sein "Zutun" gründete sich die Gruppe

Kleine Pointe zum Schluss: Während der munteren Mail-Diskussion kam der Vorschlag auf, doch eine Facebook-Gruppe "KNDM Autorennetzwerk" zu gründen. Das geschah dann auch. Der Facebook-Kommentar von Neven DuMont dazu: "Ohne mein Zutun wurde das KNDM Autorennetzwerk gegründet. Was ist davon zu halten?". Gute Frage.

Nachtrag: In einem eigenen Blog-Posting beschreib die KNDM-Mitarbeiterin ihre Sicht der Dinge. 

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