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iOS-5-Integration: der große Twitter-Moment

Es ging in der Vielzahl der Neuigkeiten, die Apple gestern in der Keynote auf der WWDC vorstellte, fast unter: Twitter erfährt eine tiefe Integration in die Apple-Software. Das kommt für den 140-Zeichen-Dienst nicht nur einem Ritterschlag gleich – es ist gleichfalls eine Kampfansage an Facebook. Kein Wunder: Das immer mächtigere Social Network selbst zeigte Apple letztes Jahr beim Start von Ping die kalte Schulter, und Apple-Rivale Microsoft hält schließlich Anteile an Facebook...

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Es ging in der Vielzahl der Neuigkeiten, die Apple gestern in der Keynote auf der WWDC vorstellte, fast unter: Twitter erfährt eine tiefe Integration in die Apple-Software. Das kommt für den 140-Zeichen-Dienst nicht nur einem Ritterschlag gleich – es ist gleichfalls eine Kampfansage an Facebook. Kein Wunder: Das immer mächtigere Social Network selbst zeigte Apple letztes Jahr beim Start von Ping die kalte Schulter, und Apple-Rivale Microsoft hält schließlich Anteile an Facebook.

Es war eine Randnotiz in der WWDC-Keynote, und doch gleichzeitig die Sternstunde für ein viel gehyptes Start-up: Nach Jahren als Liebling der Internet- und Tech-Szene erreicht Twitter nun endgültig den Mainstream. Zwar zählt der 140-Zeichen-Dienst mittlerweile über 300 Millionen registrierte Accounts, doch nur ein Bruchteil ist davon wirklich aktiv – 21 Millionen aktive Nutzer gibt es tatsächlich, ermittelte das Technologie-Portal  "Alley Insider".

Entsprechend groß ist der Abstand zum weltgrößten Social Network Facebook, das mit 600 Millionen Nutzern nominell eigentlich nur doppelt so groß ist – dennoch wird Facebook am Sekundärmarkt mit 80 Milliarden Dollar taxiert, Twitter indes nur mit 8 Milliarden Dollar.

"Das ist ein GROSSER Sieg für Twitter"

Den finalen Schub in Richtung Pop-Kultur versetzte jetzt Apple, das Twitter in der neuen Version seines mobilen Betriebssystem iOS 5 tief integriert. In der Praxis bedeutet das, dass die 100 Millionen iPhone- und 25 Millionen iPad-Nutzer künftig Fotos via iPhone und iPad twittern können. Das ist über den Umweg von Twitter-Apps natürlich auch jetzt schon möglich – allerdings etwas umständlich. Künftig wird ein Klick dafür reichen – ein Bild auf dem neuen Foto-Dienst von Twitter zu veröffentlichen, wird so einfach, wie es per Mail zu versenden. Dasselbe gilt für Links, die via Safari mit einem Klick auf Twitter geteilt werden können.

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"Machen wir uns nichts vor: das ist ein GROSSER Sieg für Twitter", bewertete  der "Alley Insider" den Schritt, der möglicherweise durch die Rückkehr des Gründers Jack Dorsey eingeleitet worden war.

Jack Dorsey ein möglicher Steve Jobs-Nachfolger?

Nicht zuletzt aber erklärt sich die Allianz aus Apples nicht ganz unproblematischem Verhältnis zu Facebook. Nicht nur hält Apple-Rivale Microsoft an Facebook bekanntlich Anteile, das immer mächtigere Social Network selbst zeigte Apple auch letztes Jahr beim Start von Ping die kalte Schulter. Apples Musik-Netzwerk ist weiterhin  nicht mit Facebook verbunden: iTunes-Nutzer können immer noch nicht via iTunes mitteilen, dass ihnen ein Titel gefällt oder sie einen Song oder Album gerade gekauft haben – twittern können sie es dagegen schon mit einem Klick.

Ob die stärkere Twitter-Intergration bei Apple der Beginn einer wunderbaren Allianz ist, an deren Ende gar die Übernahme stehen könnte, muss sich noch herausstellen. US-Blogger sind dagegen schon ein Schritt weiter und spekulieren, dass der Twitter-Gründer sogar eines Tages bei Apple Großes erreichen könnte. „Prognose: Apple kauft Twitter und Square. Und Jack Dorsey wird der Nachfolger von Steve Jobs“, twittert sich Start-up-Gründer Matt Mireles weit vor.

Damit ist er aber nicht mal ganz allein: "Vor einigen Wochen bei einer Team-Präsentation von Jack Dorsey hatte ich die Vision von Steve Jobs", sieht auch "Business Insider"-Chefredakteur Dan Frommer Parallelen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Dorsey tatsächlich in Jobs‘ Fußstapfen tritt, beschreibt Frommer dann aber doch als "klein".

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