Web-Sender Spiegel.tv startet am Freitag

Experten wie der Google-Deutschland-Chef Stefan Tweraser sprechen längst von der "Video Decade", die angebrochen ist. Denn das Bewegtbild-Aufkommen im Web nimmt rasant zu. Von diesem Mega-Trend will frühzeitig auch der Spiegel-Verlag profitieren und startet am Freitag den neuen Internet-Sender Spiegel.tv. Das Netz-Angebot soll 24 Stunden per Live-Stream Beiträge zu aktuellen Themen zeigen und laut Branchendienst W&V zwölf Themenkanäle bereithalten.

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Bereits Mitte Mai hatte die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten (ZAK) der Spiegel-Gruppe eine dritte Sendelizenz für das neue Web-Programm erteilt. Schon damals war von einem 24-stündigen Live-Stream zu den Themenbereichen Politik, Zeitgeschichte, Gesellschaft, Wissenschaft und Technik geplant.

Grundlage des Programms sollen im Wesentlichen Eigenproduktionen der Spiegel TV GmbH, von Spiegel Online sowie der Redaktion von Spiegel.tv selbst sein. Offenbar ist auch die Produktion eigener und aktueller Beiträge geplant.

Parallel dazu soll die Internetseite weitere Kanäle mit Abrufangeboten zu speziellen Formaten und Themen bieten, zum Beispiel "Magazin", "Reportage", "Reisen" und "Auto".

Mit dem Start des neuen Online-Programms setzen die Hamburger auf eines der wichtigsten Boom-Themen im Web. So hat der Goolge-Deutschland-Chef Stefan Tweraser auf den Audiovisual Media Days in München laut Kress.de erklärt, dass sein Konzern davon ausgeht, dass bis 2013 90 Prozent des Internet-Traffics aus Bewegtbild bestehen wird.

Passend dazu veröffentlichte das Marktforschungsinstitut comScore heute frische Zahlen, die belegen, dass der Online-Videokonsum steigt. So haben im April 44,9 Millionen Internet-User in Deutschland jeweils mindestens ein Video online betrachtet. Das bedeutet zwar einen Rückgang um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber im gleichen 12-Monats-Zeitraum nahm die durchschnittliche Nutzungszeit je Besucher um 11,9 Prozent auf 19,6 Stunden zu.

Der Spiegel-Vermarkter Norbert Facklam sprach jüngst gegenüber W&V davon, dass er durch die Vermarktung von Spiegel.tv mit Erlösen im siebenstelligen Euro-Bereich rechne.

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