Ex-Kika-Manager gibt Millionenbetrug zu

Schnelles Geständnis im Kika-Prozess: Der angeklagte Herstellungsleiter hat zugegeben, 4,6 Millionen Euro veruntreut zu haben. Als Grund gab er am heutigen Montag vor dem Landgericht Erfurt seine massive Spielsucht und die Arbeitssituation beim Kinderkanal an, berichtet dpa. Marco K. verlas zu Beginn der Verhandlung ein rund halbstündiges Geständnis. Darin gab er an, dass er sein gesamtes Vermögen an Automaten verspielt habe – und sprach von "brutalem Umgang" unter den Sender-Mitarbeitern.

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Mit dem rauen Klima begründete er auch seine Spielsucht. An den Automaten habe er versucht, seine Frustrationen über die Arbeitssituation beim Kinderkanal auszugleichen. Der MDR hätte über "praxisferne Vorschriften" die Aufgaben sogar noch erschwert, zitiert dpa den Ex-Manager. So habe er sich überfordert gefühlt. Laut seiner Aussage tut ihm sein Verhalten im Nachhinein leid: "Ich bedaure zutiefst, dass ich das Vertrauen meiner Mitarbeiter und Vorgesetzten missbraucht und meinen Freunden und der Familie nicht von den Problemen erzählt habe."
K. sagte weiter aus, er sei der einzige gewesen, der von den Scheingeschäften gewusst hat. Niemand hätte die Rechnungen prüfen können, auch nicht diejenigen, die sie gegengezeichnet hätten. Dem 43-Jährigen stand es frei, das gesamte Kika-Budget auszuschöpfen. Dennoch ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen elf weitere Verdächtige – sieben Geschäftsführer und vier Kika-Mitarbeiter.
Wegen Bestechlichkeit und Untreue in besonders schweren Fällen saß der Manager auf der Anklagebank. K. arbeitete über Jahre mit fingierten Rechnungen, um seine Glücksspielsucht zu finanzieren. Einige Fälle sind bereits verjährt. Deshalb ging es in dem Prozess um eine Summe von "nur" 4,6 Millionen Euro, die der Ex-Herstellungsleiter durch Scheinrechnungen erhielt. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Beschuldigten in 29 weiteren Fällen einen zweiten Haftbefehl erlassen, bei dem es um Schmiergeldzahlungen und Sachleistungen geht. Der Schaden wird auf knapp 200.000 Euro beziffert.

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