Kachelmann: Staatsanwalt legt Revision ein

Die Staatsanwaltschaft Mannheim wird gegen den Freispruch des Wettermoderators Jörg Kachelmann Revision einlegen. Das sagte Staatsanwalt Oskar Gattner dem SWR. Damit gehen die Ankläger gegen das Urteil des Mannheimer Landgerichts vor, das Kachelmann aus Mangel an Beweisen freigesprochen hatte. Dieser wurde von seiner Ex-Geliebten beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben, als sie sich von ihm trennen wollte. Jetzt muss sich der Bundesgerichtshof des Falls annehmen.

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Der Vorsitzende Richter Michael Seidling erklärte in seiner Urteilsbegründung, dass es Verdachtsmomente gegen Kachelmann gebe, die auch in der Verhandlung nicht ausgeräumt werden konnten. Im Laufe des Verfahrens hätten sich die einzelnen Belastungsmomente aber abgeschwächt. Das Gericht sagte auch, dass nicht davon ausgegangen werden kann, dass die Nebenklägerin die Unwahrheit gesagt hat.
Es handelt sich also um einen so genannten Freispruch zweiter Klasse aus Mangel an Beweisen. Der Richter zitierte explizit den Grundsatz In dubio pro reo – Im Zweifel für den Angeklagten. Nach einer Woche wäre das Urteil rechtskräftig geworden. Nun entschied sich die Staatsanwaltschaft jedoch, Revision einzulegen.
Kachelmann wurde am 9. Februar 2010 verhaftet als er von den Olympischen Winterspielen in Vancouver zurückkehrte, die er für die ARD kommentierte. Anschließend saß er insgesamt 132 Tage in Untersuchungshaft in Mannheim. Der Prozess wuchs sich im Laufe der Zeit zu eine Widerstreit der Gutachten und der Medien aus. Im Prozess kam heraus, dass Kachelmann eine Art Doppelleben mit zahlreichen Geliebten führte.

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