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Hombach stellt Reformpläne für WAZ vor

Seit Jahren scheint die WAZ nicht zur Ruhe zu kommen. Immer wieder verkündet das Management neue Sparrunden und Strategien: Nachdem die NRW-Tageszeitungen neu aufgestellt wurden und der Vertrieb eine Allianz mit Burda einging, konkretisiert Geschäftsführer Bodo Hombach nun im Interview mit Horizont seine Pläne für die Vermarktung. Dort hofft er auf eine Zusammenarbeit mit Burda oder Springer. Zudem wollen die Essener im Bereich Corporate Publishing wachsen.

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Auf mögliche Vermarktungs-Kooperationen mit anderen Verlagen angesprochen sagte Hombach: "Es gibt kein Denkverbot. Wir eruieren alle Möglichkeiten, Performance und Wirtschaftlichkeit der Vermarktung zu verbessern, sowohl für die Zeitschriften als auch für die Tageszeitungen NRW." Weiter sagte der ehemalige Politiker gegenüber Horizont: "Mit Burda arbeiten wir sehr gut im Modernen Zeitschriftenvertrieb MZV zusammen. Auch mit dem Axel Springer Verlag sind wir als Marktpartner wahlverwandt. Warum sollten wir nicht über gemeinsame Interessen sprechen?"

Neben der Vermarktung soll auch an den Tageszeitungen noch einmal Hand angelegt werden. Manfred Braun, seit kurzem für den Verlagsbereich NRW zuständig, hat erst einmal die Titel analysiert. Das Ergebnis fasst Hombach zusammen: "Wir brauchen eine Stärkung der regionalen und lokalen Kompetenz. Der Leser will wissen, was in seiner Nähe los ist. Ihn interessieren aber auch überregionale und weltpolitische Themen. Er fordert einen hohen Gebrauchswert seiner Zeitung. Er will Einordnung, Lebenshilfe, Partizipation. Und schließlich erwartet er eine übersichtliche Struktur und ein lesefreundliches Layout."

Das Ergebnis, das dem Konzernboss vorschwebt, ist noch immer eine
zweistellige Rendite bei der Tagespresse. Um dies zu erreichen, sollen allerdings nicht mehr die Redaktionen, sondern die anderen Verlagsbereiche inklusive der Produktion "ihren Beitrag leisten". Dabei geht der WAZ-Chef von Sparpotentialen im hohen zweistelligen Millionenbereich aus.

Im Gegenzug wollen die Essener verstärkt in die Bereiche Corporate Publishing und Online investieren. Im Internet will Hombach "gezielt akquirieren. Aber wir sind keine Abenteurer. Unsere möglichen Partner haben ein stabiles, nachhaltiges Geschäftsmodell und von Anfang an vernünftige Renditen."

Wie ernst dem Konzernlenker diese Pläne sind, zeigt, dass das hauseigene Portal DerWesten.de extra auf das Interview verlinkt. Damit auch jeder Mitarbeiter versteht, um was es geht, lautet die Headline unmissverständlich: "Hombach stellt Reformpläne der WAZ-Gruppe vor."

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