Anzeige

15.000 Partygäste: Stadt in Facebook-Angst

In Hamburg-Bramfeld liegen die Nerven blank: Am heutigen Abend will eine 15-Jährige ihren Geburtstag feiern. Dazu erstellte sie bei Facebook eine Veranstaltung und lud ihre Freunde ein. Da sie das Event nicht als "privat" in dem Social Network angelegt hatte, erfuhren auch andere davon – und es meldeten sich rund 15.000 Leute aus ganz Deutschland an. Die Nachbarn zittern bereits: "Die glühen dann alle vor und pissen mir in den Vorgarten!" Ein Sicherheitsdienst soll eine Eskalation verhindern.

Anzeige

Die Feier ist abgesagt – und trotzdem zittert der ganze Stadtteil vor der Mega-Party. Die Hamburger Morgenpost berichtet aus Gesprächen mit Nachbarn: "Die kommen aus ganz Deutschland, seit Mittwoch gucken sich schon die Ersten um, wo die Party stattfindet. Selbst wenn nur ein Bruchteil hier erscheint, wird das ausufern!"
Dabei fing alles ganz klein an: "Ich feier am 03.06. in meinen Geburtstag rein. Kommen kann, wer will, aber bitte vorher Bescheid sagen!", hatte die 15-jährige Thessa aus Bramfeld in ihre Veranstaltungseinladung bei Facebook geschrieben. Doch weil sie das Event "öffentlich" angelegt hatte, meldeten sich 15.000 Besucher an. Und, noch schlimmer: Sie alle konnten die Adresse des Mädchens sehen. Da brachte es der Jugendlichen auch nichts mehr, die Veranstaltung zu löschen. Unbekannte stellten die Einladung immer wieder ein und verbreiteten ihre Adresse weiter.
###YOUTUBEVIDEO### Unter dem Namen "RockBurrmeisterring" hat ein Spaßvogel auch ein Musikstück zu Thessas Party hochgeladen
Der Mopo zufolge ist sich Thessa der Gefahr der Aktion kaum bewusst. Stattdessen habe sie auf die Facebook-Pinnwand eines Freundes geschrieben "Ich bin jetzt fame". Zudem fände sie es inzwischen "schön", in der Stadt erkannt zu werden.
Thessa ist aber nicht die erste, die die Wirkungskraft eines sozialen Netzwerks unterschätzt. Im Juni 2009 lud ein 26-Jähriger bei MeinVZ zu einer Spontanparty nach Westerland auf Sylt ein. 5.000 Partygäste belagerten die Stadt für einen Tag und hinterließen einen riesigen Müllhaufen. Dessen Beseitigung kostete mehrere tausend Euro, die der Organisator selbst zahlen musste.
Auch in England wollte im vergangenen Jahr ein Mädchen eine Feier schmeißen. Aus den 15 eingeladenen Gästen wurden 21.000 Anmeldungen für das Fest. Daraufhin entzog ihr ihre Mutter den Internetzugang.
Ob die Geburtstagsfeier tatsächlich zur Mega-Party eskaliert, ist allerdings fraglich. Denn nicht zuletzt die Online-Aufrufe bei Facebook zu Protesten pro Karl-Theodor zu Guttenberg bewirkten wenig. Während sich im Web zig Tausende anmeldeten, ging nur ein Bruchteil davon auf die Straße.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige