Burda: Kein Kommentar zu Schwenn

In der ZDF-Talksendung von Markus Lanz wartete der Kachelmann-Verteidiger Johann Schwenn mit einer interessanten Aussage auf. Er behauptete, dass Burda-Vorstand Philipp Welte “alle deutschen Chefredakteure von Bedeutung” angerufen habe, um medialen Druck gegen seinen Mandanten Jörg Kachelmann aufzubauen. Kachelmann wurde am Dienstag vom Vorwurf freigesprochen, seine Ex-Freundin vergewaltigt zu haben. Von Burda-Seite aus wollte man die Aussagen Schwenns nicht kommentieren.

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Schwenn sagte wörtlich bei Markus Lanz: “Der Verlagsvorstand Philipp Welte hat jeden deutschen Chefredakteur von Bedeutung angerufen und versucht, ihn für eine negative Berichterstattung gegen Kachelmann zu gewinnen.” Auf die Frage von Lanz, warum Welte dies tun sollte, antwortete Schwenn: “Ich weiß nur, er hat es getan.” Schwenn verwies auf Informanten, die er nicht nennen könne.

Auf erneute Nachfrage von Lanz, sagte Schwenn: “Ich weiß von mehreren Chefredakteuren, dass von Welte Druck gemacht worden ist.” Darauf Lanz: “Das heißt, dass auch Sie einen exzellenten Kontakt in die Chefredaktionen dieses Landes gepflegt haben.” Schwenn erwiderte: “Das würde ich mal nicht so hoch hängen. Es ist nur so, dass Burda erst diese schmutzigen Methoden praktiziert hat und anschließend möchte man damit nichts zu tun haben.”

Schwenn hatte dem Burda-Verlag bereits während des Prozesses gegen Jörg Kachelmann vorgeworfen, eine Medien-Kampagne gegen seinen Mandanten zu betreiben. So kamen in Burdas Bunte mehrere Ex-Geliebte Kachelmanns in Exklusiv-Interviews zu Wort und Focus berichtete ausführlich aus Ermittlungsakten.

Im Laufe der Talksendung von Lanz sagte der ehemalige Bild-Chefredakteur Udo Röbel dann zu den Vorwürfen Schwenns: “Ich möchte vermeiden, dass der Eindruck entsteht, dass in deutschen Chefredaktionen bewusst beschlossen wird: Wir sind bei einem Prozess auf einer Seite.” Darauf Schwenn: “Aber Herr Röbel, natürlich war das bei Burda so. Sie müssen die Berichte lesen!” Später sagte Schwenn noch: “Herr Kachelmann muss dankbar sein über eine sachliche Berichterstattung. Die hat es vom Hause Burda nicht gegeben. Das war eine parteiliche Berichterstattung.” Auf MEEDIA-Anfrage wollte man sich bei Burda nicht zu den Behauptungen Johann Schwenns äußern.
Hier gibt es die komplette Markus-Lanz-Sendung in der ZDF-Mediathek.

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