Die iPhone-Kakophonie des Rolling Stone

Axel Springer baut seine digitalen Abonnements auf dem iPad aus und integriert seine Musikzeitschriften Rolling Stone, Musikexpress und Metal Hammer in seinen iKiosk. Doch ob das dem Gründer des US-amerikanischen Rolling Stone, Jann Wenner, schmeckt? Dieser hat im Interview mit AdAge gerade kräftig über Tablets hergezogen. Bis Verlage auf dem iPad Erfolg haben könnten, "vergehen noch mindestens zwei Generationen", sagte er. Es sei "geisteskrank", wie Magazine auf die Tablet-Rechner stürmen würden.

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Die Kakophonie ist offensichtlich: Während der deutsche Lizenznehmer, die Axel Springer AG, den Rolling Stone aufs iPad bringt, äußert der Gründer des Hefts seine Vorbehalte gegenüber dem Tablet-Rechner und dem Web im Allgemeinen.
Wenner hält es für wenig sinnvoll, ein Magazin 1 zu 1 online zu stellen. "Dafür fehlen die Leser und die Werbeeinnahmen wären zu gering." Viele Verleger hätten Millionen und Abermillionen Dollar in das Internet investiert und dabei ihren Kopf in den Sand gesteckt. "Vielleicht merken sie jetzt, dass sie auf einem Holzweg waren. Wir hingegen haben nur Geld verdient", sagte der 65-Jährige zu AdAge. Das Wichtigste, was ein Magazin online machen könne, sei, seine Marke zu erhalten und zu stärken.
Über das iPad sagte Wenner, dass er es für ein fantastisches Gerät halte, fragte aber gleichzeitig: "Ist es auch so toll für Verlage?" Es sei zwar ein guter eReader, jedoch in erster Linie für Menschen, die auf Reise sind. "Zu Hause ist es immer noch einfacher, die normale Zeitschrift zu lesen." Als Verleger würde er niemandem empfehlen, sein Magazin aufs iPad zu bringen, da der Absatz so gering wäre, dass man kein Geld damit verdienen könne. "Tablet sind ein netter Zusatz, aber sie sind nicht das neue Business."
Der Springer-Verlag bietet dennoch die Möglichkeit, mobil oder online auf die digitalen Ausgaben seiner Hefte Rolling Stone, Musikexpress und Metal Hammer, an denen er die Lizenz hält, zuzugreifen – auf dem iPad über die iKiosk-App oder im stationären Internet unter ikiosk.de. Nach einer kostenlosen Einführungsphase können Nutzer zwischen verschiedenen Abo-Modellen (Monats-, Dreimonats-, Jahres-Abonnement) wählen. Damit umfasst das iKiosk-Angebot derzeit die Digitalversionen von mehr als 30 verschiedenen Zeitungs- und Zeitschriftenangeboten. Einige Leser wird’s freuen – wenn auch nach Meinung von Jann Wenner nicht vielen.

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