Twitter: Kachelmann wettert gegen Burda

Der erste Tweet nach dem Freispruch dürfte sein Ziel nicht verfehlt haben. Die Super Illu nennt der Moderator "eines der traurigen Gewächse aus den Elendsvierteln des deutschen Journalismus von Hubert Burda". Die hätte behauptet, dass er mit etwas Großem an die Öffentlichkeit gehen werde, zwitschert Kachelmann. Tatsächlich spielt der Wettermoderator damit auf die aktuelle Ausgabe der Super Illu an. Der Aufmacher mit dem Titel "Stunde der Wahrheit" thematisierte die anstehende Urteilsverkündung.

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Diese "brisante Nachricht" ließ nur eine Minute auf sich warten: "Die Kaltfront ist unterwegs und morgen ist es in weiten Teilen Deutschlands viel kälter." Der Wettermoderator nutzte die mediale Aufmerksamkeit nach seinem Freispruch, um für seinen Wetterdienst meteomedia Werbung zu machen: "Details wie immer seriös auf www.unwetterzentrale.de und www.meteomedia.de und den angeschlossenen Produkten."

Das Verhältnis von Kachelmann und Burda wurde zunemend eisiger im Laufe des Prozesses. So erwirkte Kachelmanns Anwalt Ralf Höcker eine Einstweilige Verfügung gegen den Focus, die sich gegen die Cover-Story "Die Akte Kachelmann“ richtete. In der Geschichte hieß es: „Tausende Ermittlungsseiten protokollieren die Spurensuche im Kriminalfall des Jahres. Focus dokumentiert exklusiv die wichtigsten Indizien, Aussagen und Gutachten." Und auch Johann Schwenn schaltete gleich zu Beginn seines Mandats auf Angriff: Gleich bei seinem ersten Arbeitstag vor Gericht übte der Verteidiger Kritik an der Prozessführung der Kammer, an der Mannheimer Staatsanwaltschaft und am Verlagshaus Burda. Der Bunten warf der Jurist vor, gegen seinen Mandanten anzuschreiben.

Schwenn warf der Chefreportertin der Bunten Tanja May vor, Stimmung gegen den Angeklagten zu machen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Dazu benutze sie ehemalige Partnerinnen Kachelmanns und schaffe damit eine "prozessbegleitende Berichterstattung der besonderen Art". Eine Zeugin hatte vor Gericht zugegeben, schon vor ihrer Aussage einen Exklusivvertrag mit der Bunten abgeschlossen zu haben.

Das von Kachelmann gegründete meteomedia freut sich „über den längst überfälligen Freispruch“ seines Firmengründers, wie einer Stellungnahme zu entnehmen war: "Jörg Kachelmann wird ab sofort seine Kraft wieder ganz der Meteomedia Gruppe widmen können", hieß es dort. Dazu gehörten auch seine Kommentare zum Wettergeschehen in Medien wie Radio Basel und dem deutschen Sender Radio Primavera.

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