MDR-Intendant Reiter tritt vorzeitig zurück

Der MDR-Intendant Udo Reiter will noch in diesem Jahr sein Amt niederlegen – obwohl sein Vertrag bis 2015 läuft. Einen Zusammenhang mit dem Kika-Skandal, bei dem acht Millionen Euro veruntreut worden sind, schließt der 67-Jährige aus. Vielmehr sei er seit 45 Jahren an den Rollstuhl gefesselt, was "einige gesundheitliche Spuren hinterlassen" habe, schrieb er in seinem Rücktrittsgesuch. Zudem sei es nach 20 Jahren an der MDR-Spitze Zeit, "den Staffelstab an die nächste Generation weiter zu geben".

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Reiter hat den Vorsitzenden des Verwaltungsrates gebeten, seinen Dienstvertrag im Laufe dieses Jahres aufzuheben und ihn in den Ruhestand zu verabschieden. Der genaue Termin sei von der Bestellung eines Nachfolgers abhängig, heißt es in einer Erklärung des MDR. Der dienstälteste ARD-Intendant sagte, der Abschied falle ihm umso leichter, "als die Probleme um den KI.KA in der Zwischenzeit weitgehend geklärt sind".

Die Rücktrittsankündigung des 67-Jährigen stößt auf Bedauern bei der ARD-Vorsitzenden und WDR-Intendantin Monika Piel: "Mit Udo Reiter verliere ich einen langjährigen Mitstreiter für die Belange des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Als dienstältester Intendant hat er mit seinen kreativen Ideen und seiner Durchsetzungsfähigkeit entscheidend zum programmlichen Erfolg von ARD und MDR beigetragen."

Der Verjüngungskurs beim MDR hat indes schon begonnen. Mit Stefan Raue kommt im November der erste trimediale Chefredakteur nach Leipzig. Der 1958 geborene Wuppertaler soll dann den medienübergreifenden Newsdesk leiten. Zurzeit arbeitet er als Redaktionsleiter bei der ZDF-Sendung "blickpunkt".

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