Kachelmann: Ex-Freundin weinte vor Gericht

Im Vergewaltigungs-Prozess gegen den ehemaligen ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann plädiert am heutigen Dienstag die Verteidigung vor dem Mannheimer Landgericht. Strafverteidigerin Andrea Combé hat erklärt, dass es in dem Fall keine “objektiven Beweismittel” gebe, die die Schuld Kachelmanns belegen würden. Kachelmanns Ex-Freundin und Nebenklägerin brach im Laufe des ersten Plädoyers in Tränen aus.

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Zuvor hatte Strafverteidigerin Andrea Combé ihre massiven Zweifel an der Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers dargelegt. "Katlschnäuzig" habe diese während der Vernehmungen gelogen und dabei ein hohes Maß an "schauspielerischem Talent" an den Tag gelegt. Combé bezog sich dabei auf die Tatsache, dass die Nebenklägerin im Laufe der Ermittlungen zugegeben hatte, ein ein angeblich anonymes Schreiben sich selbst geschickt zu haben.
Combé: "Das Verhalten der Zeugin zeigt deutlich, dass sie Lügen erfinden und aufrechterhalten kann." Kachelmanns Anwältin sagte, die Nebenklägerin habe "ihre Aussage nach und nach den Ermittlungsergebnissen angepasst."
Keine der von der Anklage vorgebrachten Spuren und Indizien würden die Aussagen des mutmaßlichen Opfers stützen, führte Andrea Combé in ihrem Plädoyer aus. Sie bezog sich dabei auf das Messer, mit dem Kachelmann die Nebenklägerin laut Anklage verletzt habe, sowie auf Blut- und Spermaspuren auf Bettlaken und einem Handtuch. "Es gibt keine Spuren an dem Messer, die die Version der Nebenklägerin bestätigen", sagte die Verteidigerin vor dem Gericht.
Die gefundenen Spuren seien keine “objektiven Beweismittel”, so Combé. Es stehe weiterhin “Aussage gegen Aussage”. Die Strafverteidigerin konzentriert sich in ihrem Plädoyer auf die dünne Beweislage der Anklage und die erschütterte Glaubwürdigkeit der Nebenklägerin. Es wird allgemein erwartet, dass Kachelmanns zweiter Verteidiger, Johann Schwenn, in seinem Plädoyer mit dem Verhalten der Staatsanwaltschaft, der Medien und einiger Gutachter in dem Prozess abrechnet. Es wird erwartet, dass die Verteidigung einen Freispruch fordert.
Die Staatsanwaltschaft hatte vergangene Woche vier Jahre und drei Monate Haft für Jörg Kachelmann gefordert, wegen besonders schwerer Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Wie schon bei den Plädoyers der Staatsanwälte ist auch diesmal das mutmaßliche Opfer mit ihm Gerichtsaal. Das Urteil wird am 31. Mai erwartet.

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