Anzeige

FAZ gründet eigenes Café im SZ-Land

Vorbild Condé Nast: Während der amerikanische Großverlag Restaurants in Asien, im Mittleren Osten und Lateinamerika unter dem Namen seiner Magazine aufbaut, hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung ein Bistro in der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität eröffnet. Dort liegen täglich kostenlose Ausgaben des Blattes aus. Der Verlag zielt damit auf junge, akademische Leser. Dass die konservativen Frankfurter ihr erstes Uni-Café ausgerechnet in einer Hochburg der Süddeutschen gründen, ist überraschend.

Anzeige

Das neue Münchner FAZ-Café liegt neben der Juristischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität. Beworben wird es allerdings nicht. "Das liegt an den strengen Werberichtlinien der Hochschule und des Studentenwerks, mit denen wir ja kooperieren", erklärte Josef Krieg, Leiter der Unternehmenskommunikation bei der FAZ, gegenüber der Berliner Zeitung.
Überraschend ist: Die Hauptstadt Bayerns gilt als Hochburg der linksliberalen Süddeutschen Zeitung. München soll aber nur der Anfang sein. Mit den Cafés wolle man versuchen, die Distanz zwischen Jugend und Zeitung zu überwinden und auf die Studenten zugehen. Sie sollten ein "Kulturraum des Lesens" sein. "Es ging uns darum, mit der Marke FAZ präsent zu sein und sie mit Sympathien aufzuladen", zitiert die Berliner Zeitung Trevisan. Abos werden in den Bistros nicht verkauft.
Ähnliche Konzepte gibt es schon in anderen Ländern. Der eingangs erwähnte Verlag Condé Nast baute eine eigene Business Unit mit Sitz in Hong Kong unter dem Namen Condé Nast Restaurants auf. Die Idee stammt aus Moskau, wo ein Lizenznehmer das "Vogue Café" gründete. In Tschechien hat der Verlag PPF Media Newscafés in kleineren Städten errichtet. Dort können sich Bürger aktiv an der Gestaltung der Zeitung beteiligen.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige