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Stefan Raab legt alle ESC-Ämter nieder

Stefan Raab beendet sein Engagement rund um den Eurovision Song Contest. "Das Finale 2011 in Deutschland war der absolute Höhepunkt meiner ESC-Karriere", sagte der Entertainer gegenüber kress.de. Er habe sich entschlossen, die künstlerische Verantwortung für die deutsche Teilnahme weiterzugeben. Dies gelte für Moderation wie seine Tätigkeiten als Juror, Komponist und Produzent. Das von seiner Produktionsfirma Brainpool entwickelte Casting-Format "Unser Star für..." will er aber fortsetzen.

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Raab würde sich freuen, wenn "Unser Star für…" weiterhin Grundlage für den deutschen Vorentscheid ist. "Darüber werde ich in den nächsten Wochen mit den beiden Sendern ARD und ProSieben sprechen", sagte er gegenüber kress. Den Eurovision Song Contest werde er in seinen Sendungen auch künftig unterstützen. Außerdem wünscht er sich, dass die Jury-Mitglieder aus "Unser Star für Oslo" inhaltlich am ESC 2012 in Aserbaidschan beteiligt werden.
Für die ARD sowie den NDR, der den ESC redaktionell betreut, ist dies eine herbe Schlappe. Denn noch vor kurzem hatte man der Song Contest-Ehe mit Raab eine erfolgreiche Zukunft prognostiziert. Über mögliche zusätzliche Gründe des nun vom Entertainer vollzogenen Schnitts gibt es bislang nur Spekulationen. Eine davon ist die, dass Raab verärgert sein könnte, weil die ARD seinen Moderator Matthias Opdenhövel abgeworben hat.
Stefan Raab engagierte sich bereits vor dem Erfolg von Lena Meyer-Landrut beim Eurovision Song Contest. 1998 ging der Schlagersänger Guildo Horn mit dem Lied "Guildo hat euch lieb", das Raab unter dem Pseudonym Alf Igel komponiert hatte, in Birmingham für Deutschland an den Start. Mit "Wadde hadde dudde da?" vertrat Raab nur zwei Jahre später in Stockholm selbst Deutschland und wurde Fünfter. Der 44-Jährige war zudem der Entdecker von Max Mutzke. Dieser fuhr 2004 als Gewinner von "SSDSGPS" ("Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star") zum Finale des damals noch als Grand Prix Eurovision de la Chanson bekannten Liederwettbewerbs und belegte den achten Platz. Der große musikalische Durchbruch gelang Raab im vergangenen Jahr, als er über die Castingshow "Unser Star für Oslo" Lena entdeckte und zum Sieg des Eurovision Song Contest führte.
Nachtrag 17.00 Uhr: Die ARD und der NDR haben die Entscheidung von Stefan Raab kommentiert. "Stefan Raab ist ein kluger Mann. Das Erfolgsformat ‚Unser Star für…‘ kann mit einem neuen Jurypräsidenten weiterentwickelt werden", sagte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber. "Ich würde mich sehr freuen, wenn uns auch in Zukunft Stefan Raab mit seinem Rat, z. B. als Jurymitglied, unterstützt." NDR-Intendant Lutz Marmor ergänzte: "Nun werden wir in aller Ruhe mit den ARD-Kollegen, aber auch gern mit ProSieben und Brainpool besprechen, wie es mit dem deutschen Vorentscheid im kommenden Jahr weitergeht."
Komisch nur: Erst am 6. Mai verkündeten ARD und ProSieben, auch 2012 beim Eurovision Song Contest zusammenarbeiten zu wollen. Es sei wieder eine Show nach dem Vorbild von "Unser Star für Oslo" geplant. Für die weitere Zusammenarbeit, hieß es, sei die musikalische Glaubwürdigkeit und das Gespür von Stefan Raab und Jörg Grabosch, Geschäftsführer von Brainpool, Talente zu entdecken, die aus eigener Kraft eine Karriere als ernstzunehmende Künstler machen können, ausschlaggebend.

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