Die Telekom schaltet ihre Töchter ab

Das Webserien-Portal 3min.de und die TV-Community Tvister stellen ihren Betrieb ein. Beide waren vollwertige Töchter der Deutschen Telekom. Als Grund führt der Konzern an, dass die Umsatzergebnisse leider nicht den gestellten Erwartungen entsprachen. Die Investitionen dürften nicht gering gewesen sein. Denn der Anspruch an die Produktionen war hoch. Auch Tvister verfolgte hehre Ziele und wollte eine TV-Community aufbauen. Beide Portale waren Opfer des Siegeszuges der Social Networks.

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An zu wenig sendefähigem Material kann es nicht gelegen haben. Viele deutsche Produktionsfirmen und internationale Studios hatten über die Jahre begonnen, eigene Web-Formate zu entwickeln. Die Telekom wollte mit dem Serienportal vor allem sein Breitband-Videoangebot ausbauen. Um ein qualitativ hochwertiges Angebot zu schaffen, synchronisierte man sogar fremdsprachige Reihen und verpflichtete Niels Ruf für “Looki Looki” oder Christian Ulmen für “Snobs”.

Doch offenbar schien neben YouTube und Vimeo nur wenig Platz zu sein für kreative TV-Formate im Web. Und auch Tvister wird offenbar abgestellt. Ursprünglich sollte sich das Angebot zur größten deutschen TV-Community entwickeln. User konnten über das Programm diskutieren und sich gegenseitig neue Formate empfehlen. Doch der Community-Gedanke spiegelte sich nicht auf der Seite wieder. Auf den ersten Blick ist Tvister nur ein weiterer Programmplaner.

Das Start-up der Deutschen Telekom verstand sich als "intelligtenter TV-Programmbegleiter". Genauer: als Verbindung zwischen Fernsehen und Internet. Für all die “Medien-Multitasker”, die fernsehen, aber gleichzeitig online sind.

Aber Facebook und Co. haben nach und nach andere Communities obsolet gemacht. Über den Like-Button kann mittlerweile jeder seinen Freunden einen Film empfehlen.

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