Ein Rhododendron namens Riekel

Bunte-Chefin Patricia Riekel ist immer für eine Überraschung gut. So erfuhren wir nun anlässlich einer Rhododendron-Taufe, dass sie neben ihrer Leidenschaft für Menschen und Medien auch eine Leidenschaft fürs Gärtnern hegt. Das Hobby Modelleisenbahn rückte diese Woche ins grelle Licht der Medien-Öffentlichkeit. So langsam legt sich aber der Sturm im Hamburger Wasserglas wieder. Und sonst: Groupon verramscht Zeitschriften, Skype ist sehr billig und dann war doch noch so ein Euro-Dingens...

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Das Medienthema der Woche war ein Sturm im Hamburger Wasserglas. Der Eklat um den zurück geforderten Henri-Nannen-Preis für Reportage rief so ziemlich alle auf den Plan. Der arme Herr Pfister, der den Preis für sein Spiegel-Stück “Am Stellpult” zurückgeben musste, war sogar der Star einer Klick-Galerie bei Bild.de. Die Bild fuhr das Thema ohnehin ziemlich groß auf Seite 2 der Print-Ausgabe. Ob das eine Retourkutsche war für den Spiegel-Aufmacher neulich zu den fragwürdigen Methoden der Bild-Zeitung? Man weiß es nicht, man munkelt’s nur. René Pfister kann sich damit trösten, dass auch über diese Sache Gras wachsen wird. Die anfänglich hyperventilierende Aufgeregtheit beim Spiegel scheint sich auch schon wieder zu legen. Von einem zunächst angekündigten Streitgespräch zum Thema war jedenfalls gegen Ende der Woche nichts mehr zu hören. Und auch ein von einigen Spiegel-Leuten ins Gespräch gebrachter Austritt aus der Nannen-Jury wurde noch nicht vermeldet. Ganz schön viel Aufregung um eine kleine Text-Passage. Dabei war doch anscheinend ohnehin schon so gut wie jeder in Seehofers Modellbahnkeller. Außer mir. Und Herrn Pfister natürlich.

Über die ganzen Henri-Nannen-Festspiele hätte man diesen Euro-Dingens fast vergessen können. Naja, fast. Nach zwei Halbfinal-Shows und diversen Vorabend-Sendungen und Videoblog und Zeitungsberichten, hat man ohnehin das Gefühl, alles zum Grandprix (jaja, ich weiß, dass der schon immer Euro-Dingens hieß, trotzdem: Grandprix!!) schon zigmal gehört und gesehen zu haben. Und das Streitthema, ob Lena nun eine unerzogene Zicke oder ein “freches” Mädel oder beides zusammen ist, wird wohl auch nach dem Finale nicht zur Zufriedenheit aller gelöst werden. Ähnlich gehen die Meinungen zum Eurovision Song Contest gewohnt weit auseinander. Manche sehen darin tolles, schräges Entertainment. Andere sehen u.a. zwei hektisch hüpfende Männchen mit bescheuerten Frisuren und Leute aus Moldawien mit sehr seltsamen, großen Hüten. Letztere sind übrigens mein Tipp für den Sieg.

Microsoft hat Skype für 8,5 Fantastilliarden Dollar oder so ähnlich gekauft. Für wesentlich weniger Geld, nämlich genau 0,0 Dollar, habe ich neulich mit Hilfe des famosen Skype von den USA mit Handy nach Hause telefoniert. Echt ein toller Service. Aber, lieber Herr Ballmer, steckt nicht genau da auch ein klitzekleines Problem an der ganzen Sache: Ihr bei Microsoft zahlt 8,5 Milliarden. Der Kunde zahlt: nichts.

A propos gnadenlos überbewertete Online-Buden. Ich persönlich kann mit dem gehypten Star-Unternehmen Groupon rein gar nichts anfangen. Alle Versuche von Groupon, bei mir verschärften Bedarf nach All-You-Can-Eat-XXL-Schnitzel Buffets, Tätowierungen oder Wellness-Wochenende Jotwehdeh zu wecken, fruchteten bislang nicht. Aber jetzt erreichte mich ein Angebot wie maßgeschneidert für einen Medienfuzzi: 86 Prozent Rabatt für Mini-Abos von führenden Zeitschriften Deutschlands. Spiegel, auto, motor und sport, Gala, Vogue und vieles mehr ist im Angebot. Sozusagen paid content for less money. Bitte daran denken, wenn bald wieder über gestiegene oder “stabile” Print-Auflagen gejubelt wird.

So viele Blumen – aber wo ist der Rhododendron?
Doch gehen wir ins Wochenende mit einer fröhlichen, kleinen Meldung! Und was wäre positiver als Blumen. In diesem Fall: der Rhododendron Patricia Riekel. Ja, richtig gelesen. Die Chefredakteurin von Bunte stand Patin für eine Rhododendron-Neuzüchtung. Aus der dazugehörigen Pressemitteilung lernen wir, dass Frau Riekel selbst begeistert gärtnert, ja “ohne Garten nicht leben kann.” Wer hätte das gedacht? Um die Pflanze zu taufen, wurde der Rhododendron von Frau Riekel mit Champagner übergossen. Business as usual für die Bunte-Chefin. Aber Frau Riekel stellte sogleich gartentechnisch klar: “In Zukunft werde ich den Rhododendron aber wieder mit Wasser, statt mit Champagner gießen.” Gut so.

Schönes Wochenende!

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