Mehr Zeitschriften drehen ins Werbe-Minus

Nachdem das Werbejahr für die deutsche Publikumszeitschriftenbranche so stark begonnen hatte, lief es im März und nun auch im April nicht mehr so gut. Während Nielsen für alle Mediengattungen ein Plus von 4,8% gegenüber dem April 2010 meldete, legten die in der vom VDZ veröffentlichten Nielsen-Anzeigenstatistik ausgewerteten Titel nur etwa 2% zu. Und: Statt 157 gibt es nun 170 Magazine, die auf das Gesamtjahr gerechnet weniger Geld mit Werbung umsetzten als 2010.

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Zwar gibt es mit 263 Gewinnern (nach dem März: 274) noch eine deutliche Mehrheit auf der positiven Seite des Marktes, doch das Gewinner-Verlierer-Verhältnis sank von 64:36 auf 61:39. Auch auf den vorderen Plätzen des Umsatz-Rankings verloren einige Titel an Boden. Lag die Bild am Sonntag nach dem März noch bei einem Plus von 15,7%, sind es nun noch 6,6%. Beim stern sank das Jahres-Plus von 7,4% auf 3,6%. Etwas gegenüber dem Vormonat verbessert haben sich Spiegel und Focus, sie bleiben auf das Gesamtjahr gerechnet aber weiterhin im Minus.

Die großen Gewinner der Branche heißen in der ersten Hälfte unserer Top 50 weiterhin Glamour (+27,4%), InStyle (+27,3%), Auto Bild (+22,6%) und TV 14 (+22,2%). Unter den Zahlen aus 2010 bleiben Focus (-12,6%), Der Spiegel (-4,0%), Brigitte (-2,1%) und Bild der Frau (-1,8%). Aus dem Minus heraus gekommen ist hingegen TV Movie.

Der große Gewinner der zweiten Hälfte heißt weiterhin Schöner Wohnen. Nachdem der Titel schon 2010 so abgeräumt hatte, liegt er auch 2011 wieder klar über den Vorjahreswerten, derzeit mit einem Plus von 27,8%. Ebenfalls mehr als 20% zulegen konnte Geo (+27,4%). Unter den 2010er-Zahlen liegen hingegen Lisa (-11,8%), Cosmopolitan (-6,5%), Sport Bild (-4,6%) und rtv Ost (-4,5%). Während die Sport Bild damit im Vergleich zum März unter die Vorjahreszahlen gerutscht ist, haben TV Hören und Sehen, Apotheken Umschau B und Computerwoche den Schritt raus aus den roten Minuszeichen gemacht.

Die größten Gewinner unter allen von Nielsen ausgewerteten Titeln heißen derzeit mit einem Plus von jeweils mehr als 3 Mio. Euro ADAC Motorwelt, Auto Bild, InStyle und Glamour. Zwei Titeln mit eher männlichem Publikum und zwei mit eher weiblichem Publikum also. Aus der Aufsteiger-Top-Ten heraus gefallen ist der stern, neu dabei ist dafür die Vogue.

Größter Absteiger bleibt wie im Vormonat Burdas Focus. Über 4 Mio. Euro weniger Umsatz hat das Magazin gegenüber 2010 mit Werbung gemacht, kein anderer Titel hat auch nur annähern so viel Umsatz verloren. Dahinter folgen Spiegel, house and more, Bravo und Lisa. Beim vierteljährlich erscheinenden house and more ist der Vergleich mit dem Vorjahr aber etwas schief: Vor einem Jahr kamen bereits zwei Ausgaben in die Wertung, 2011 erst eins.

Wie immer muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht also solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Titel und den Werbedruck sind sie dennoch.

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