Facebook wollte Anti-Google-Story bringen

Das erinnert an einen Kino-Thriller: Um Negativ-Schlagzeilen über Google zu streuen, hat Facebook die weltweit agierende PR-Agentur Burson-Marsteller angeheuert. Die Firma sollte US-Medien davon überzeugen, dass Google die Privatsphäre seiner Nutzer verletze. Zudem bot sie einem Blogger Hilfe bei einem kritischen Meinungsstück an. Während zuerst vermutet wurde, Apple oder Microsoft würden hinter den Gerüchten stecken, enthüllte das US-Portal The Daily Beast nun: Facebook war es.

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Die PR-Agentur wollte Christopher Soghoian helfen, seinen Google-kritischen Kommentar in Medien wie der Washington Post, der Politico und der Huffington Post unterzubringen. Doch anstatt das Angebot anzunehmen, veröffentlichte der Blogger den Email-Verkehr mit den Vertretern von Burson-Marsteller. Daraufhin berichtete The Daily Beast über den Fall, was Facebook zu einer Reaktion zwang.
Ein Sprecher gestand die Vorwürfe ein und versuchte sich an einer Begründung: Google würde mit seinem Email-Dienst Gmail gegen Datenschutz-Richtlinien der USA verstoßen und Daten von Facebook für sein eigenes soziales Netzwerk stehlen wollen. Ein von Gmail eingesetztes Programm namens "Social Circle" wäre dazu entwickelt worden, "private Informationen von Millionen von Nutzern zu sammeln und umfassende Dossiers über sie zusammenzustellen".
Weder der Blogger Soghoian noch andere kontaktierte Medien wie die USA Today fielen auf die von Burson-Marsteller gestreuten Geschichten herein. Anstatt Google in Verruf gebracht zu haben, hat nun Facebook selbst ein Problem. Denn das soziale Netzwerk kämpft schon lange dafür, als vertrauenswürdig wahrgenommen zu werden. Der Weg zu einem sauberen Image ist mit diesem Skandal wieder ein Stückchen länger geworden.

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