VroniPlag kostet Stoiber-Tochter Titel

Der nächste Erfolg für die Online-Plagiatsjäger: Die Universität Konstanz entzieht Veronica Saß, Tochter von Edmund Stoiber, den Doktor der Rechtswissenschaft. Der Promotionsausschuss der Hochschule kam zu dem Ergebnis, dass erhebliche Teile der Arbeit Plagiate seien. Ein Ergebnis, das kaum mehr überrascht. Denn zuvor hatten bereits die Web-Jäger, die auch die Arbeit von Silvana Koch-Mehrin prüften, alle abgeschriebenen Stellen in der Saß-Dissertation akribisch protokolliert.

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Die Netz-Rechercheure fanden auf 53,98 Prozent der Seiten Plagiate. Dabei enthält die Arbeit eine Strecke von 40 Seiten, auf der fast durchgängig wortwörtlich kopiert worden ist. Sogar die Überschriften, Gliederung und die Quellenarbeit wurden plagiiert. In Anlehnung an den Spitznamen der Stoiber-Tochter trug das Wiki, über das die Plagiate-Jagd organisiert wurde, den Namen VroniPlag.

Die Tochter des ehemaligen Bayerischen Ministerpräsidenten hatte 2008 am rechtswissenschaftlichen Institut zum Thema "Regulierung im Mobilfunk" promoviert. Mittlerweile arbeitet Saß als Juristin bei der Großkanzlei Raupach und Wollert-Elmendorff.

Die Detektive des VroniPlags analysierten auch die Dissertation der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrinn. Bereits am gestrigen Dienstag wurde bekannt, dass die Europa-Abgeordnete offenbar auch ihren Titel aberkannt bekommen soll.

In einer Mitteilung argumentierte Ulrich Rüdiger, Rektor der Universität Kontsanz, dass die rechtlichen Voraussetzungen für die Verleihung des Titels nicht vorgelegen hätten. Denn bei der Abgabe der Promotion erkläre jeder Doktorand, dass die Arbeit selbst verfasst und fremde Literatur als solche gekennzeichnet sei. „Wird diese Grundregel wissenschaftlicher Redlichkeit nachweislich verletzt, ist es an der Universität, ihr wieder Geltung zu verschaffen."

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