1. ESC-Halbfinale: visuell top, akustisch flop

In Düsseldorf fand am Dienstagabend das erste Halbfinale des Eurovision Song Contest statt. Die Show war visuell kaum zu toppen: Hier ein Feuerwerk, da ein Special-Effect, und auch Anke Engelke und Judith Rakers machten als Moderatorinnen eine so gute Figur, dass der allgegenwärtige Stefan Raab beinahe überflüssig wirkte. Nur die Kommentatoren aus dem Off, ESC-Stimme Peter Urban und Steven Gätjen von ProSieben, hatten Probleme: Zeitweise waren ihre Bemerkungen wegen einer gestörten Leitung nicht mehr zu hören.

Anzeige

Die beiden deutschen Kommentatoren waren aber wohl nicht die einzigen, denen kurzerhand der Ton abgedreht wurde. Mehrere Sprecher aus dem Off hatten Probleme, ihre Analysen durchzustellen. Laut Quotenmeter konnte die Übertragung in die Türkei bis zum letzten Auftritt nicht wieder hergestellt werden. Urban und Gätjen improvisierten kurzerhand und moderierten – ganz Sportkommentatoren-like – übers Telefon weiter. Bissig bemerkte Urban über die schlechte Tonqualität, dass man wohl gerade aus Kasachstan sende und nicht aus der nordrhein-westfälischen Hauptstadt. Er hoffe, dass es im zweiten Halbfinale am Donnerstag besser werde.

Dabei hatte das erste Halbfinale visuell fast alles zu bieten: Eine Pyro-Show nach der anderen, die für den ESC üblichen kurzen Kleider und schrillen Kostüme der Künstler, eine beeindruckende Kulisse von Bühne und Green Room sowie eine gelungene Moderation. Anke Engelke führte mit viel Charme und Witz durch die Show, die sie auf Englisch und Französisch moderierte. Auch "Tagesschau"-Sprecherin Judith Rakers, die als Gastgeberin der Talkshow "3nach9" neben Giovanni di Lorenzo eher verloren wirkt, machte backstage einen guten Job. Nur auf Stefan Raab als Sidekick von Engelke hätte man ruhig verzichten können. Wenn seine Performance schon auf "Betriebstemperatur" war, wie der Entertainer in der anschließenden Sendung "Eurovision total" sagte, kann man nur hoffen, dass er zum Finale am Samstag noch mal kräftig aufdrehen wird.

Den Sprung dahin schafften gestern Serbien, Litauen, Griechenland, Aserbaidschan, Georgien, die Schweiz, Ungarn, Finnland, Russland und Island. Überraschend schied die Türkei mit einem Rock-Song und Armenien mit der Pop-Nummer "Boom Boom" aus. Auch Norwegen ist im Finale nicht dabei. Dabei hatte der afrikanische Gute-Laune-Song "Haba haba" von Stella Mwangi für ausgelassene Stimmung in der Arena gesorgt und ein bisschen an die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika erinnert.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige