IVW: Frühsommer drückt April-Klickzahlen

Der April hat seinem Ruf als klickschwacher Monat diesmal alle Ehre gemacht. Satte 88,7% der IVW-geprüften Websites verloren im Vergleich zum März Visits - einen solch hohen Anteil gab es bei den April-Zahlen der Vorjahre nicht. Neben den Oster-Feiertagen dürfte ein Hauptgrund das ungewöhnlich sommerliche Wetter sein, das die Leute weg vom Rechner an die frische Luft trieb. Im Top-50-Ranking der stärksten Websites gibt es diesmal nur vier Gewinner: Yahoo, RTL.de sowie wetter.com und WetterOnline.

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Die beiden Wetter-Websites sind damit zwei der wenigen Profiteure des Frühsommer-Einbruchs. wetter.com gewann im Vergleich zum März deutliche 17,1% hinzu, WetterOnline immerhin 6,7%. Abseits der Top 50 legten u.a. auch Wetter24.de und wetter.net zu. Yahoo gewann gleichzeitig 6,0%, RTL.de – womöglich wegen der Schlussphase von "DSDS" 3,1%.

An der Spitze des Angebots-Rankings findet sich natürlich nach wie vor das Konglomerat der vielen Websites aus dem Hause T-Online. 395,85 Mio. Visits sammelten sie im April ein – ca. 92 Mio. mehr als das zweitplatzierte eBay. Wie dominant T-Online ist, zeigen auch die Verluste. Trotz eines Minus von 66,91 Mio. Besuchen führt man weiterhin deutlich. Zum Vergleich: 66,91 Mio. Visits erreichen insgesamt außer T-Online nur neun weitere Angebote. Die größten Verlierer innerhalb der Top 25 sind Focus Online (-28,7%), Spiegel Online (-27,5%), Welt Online (-27,4%), sueddeutsche.de (-27,0%) und Bild.de (-19,2%). Bei den Nachrichten-Websites gab es neben den Klickhindernissen Ostern und Sommer noch einen Sondereffekt: Im März erreichte fast die gesamte Branche wegen der spektakulären Nachrichtenlage (Japan, etc.) neue Rekorde, die im ruhigeren April nicht zu halten waren.

Keine Gewinner, dafür aber noch größere Verlierer gibt es in der zweiten Hälfte des Top-50-Rankings. Und auch hier haben vor allem Nachrichten-Websites viele Visits eingebüßt: Für n-tv.de ging es um 37,1% nach unten, für stern.de um 28,9%, für FAZ.net um 27,9%, für Zeit Online um 26,5% und für N24 Online um 24,3%. Mehr als 20% verlor zudem Computerbild.de (-22,2%), glimpflich davon gekommen sind hingegen das vertikale Netwerk netzathleten network (-0,2%), Transfermarkt.de (-08,%) und Sat.1 Online (-3,0%).

Spiegel Online und Bild.de finden sich auch in der Top 5 der größten Verlierer nach absoluten Zahlen. Spiegel Online gingen 52,14 Mio. Visits abhanden, nur T-Online verlor bekanntermaßen noch mehr Besuche. Ebenfalls in der Flop 5 vertreten: eBay und die VZ-Netzwerke, die vor 12 Monaten noch 440,72 Mio. Visits erreichten, in diesem Jahr also fast 50% der Besuche verloren.

Den Sprung in die Aufsteiger-Top-5 hat neben den oben erwähnten Angeboten Yahoo, wetter.com, WetterOnline und RTL.de auch tape.tv geschafft, das sich um immerhin 2,07 Mio. Visits auf den neuen Rekordwert von 13,18 Mio. verbesserte. Auch hier ein Vergleich mit dem April 2010: Damals erreichte die Musikvideoplattform noch 3,60 Mio. Visits.

Größter Neueinsteiger ist diesmal das nächste vertikale Netzwerk der netzathleten.net GmbH, Business&More: 6,30 Mio. Besuche verzeichneten die angeschlossenen Websites im April. Auf 5,51 Mio. Visits kam die Nachrichten-Website dnews.de, bei der allerdings nur 36,4% dieser Visits aus dem Inland stammen. Dahinter folgen die Onlinespiele-Plattform Miniclip, die Szene- und Event-Website Virtualnights.com, sowie die Produkttest-Sammlung eTest.

Im Vermarkter-Ranking gab es diesmal vor allem eine Änderung: iq digital media marketing büßte wegen der neuen VZ-Netzwerke-Verluste gleich zwei Plätze ein und musste SevenOneMedia und IP Deutschland an sich vorbei ziehen lassen. Ganz vorn bleibt T-Online-Vermarkter InteractiveMedia vor eBay.

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