„Gunter Sachs war der Playboy schlechthin“

Eine für ihn "ausweglose" Krankheit brachte ihn zu diesem Schritt: Gunter Sachs hat am Wochenende Selbstmord begangen. Der Fotograf und Unternehmer wurde 78 Jahre alt. Faz.net bezeichnet ihn als "Playboy schlechthin, die Inkarnation gewissermaßen". Das Abendblatt kommentiert den Freitod des Künstlers: "Bei aller Ernsthaftigkeit passt sein selbstbestimmtes Ende nicht zu ihm. Dann doch eher auf Klippen zerschmettert werden, auf einem führerlosen Motorboot, in den Armen einer begehrten, geliebten Frau."

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stern.de:
"Lebensfroh, charmant, erfolgreich – für den Künstler und Unternehmer Gunter Sachs galten diese Eigenschaften bis zum Ende. Sein Ruf als letzter Playboy blieb ihm erhalten, umso unglaublicher erscheint sein plötzlicher Freitod."
abendblatt.de:
"Jetzt aber ist Gunter Sachs plötzlich nicht mehr da. Doch bei aller Ernsthaftigkeit passt sein selbstbestimmtes Ende nicht zu ihm. Dann doch eher auf Klippen zerschmettert werden, auf einem führerlosen Motorboot, in den Armen einer begehrten, geliebten Frau."
Welt Online:
"Er war die gelebte Symbiose aus Mondänem und Menschlichem. Ein Deutscher in den legendären Sechzigern als weltbekannter Playboy und Lebemann? Das war neu. Und doch verlor er nie den tiefen Sinn für Familie. (…) Er war in jedem Fall der Letzte seiner Art. Playboy, Fotograf, Kunstsammler, Astrologe, Unternehmer. Ein eleganter Charmeur, bar jeder Plumpheit. Ein rastloser Traumverwirklicher, der an Sternzeichen glaubte, nicht an Ruhestand und nicht an Religion."
FR-Online:
"So war Gunter Sachs weniger eine Symbolfigur der 60er Jahre als eine Ausnahmeerscheinung. Die blieb er bis zuletzt. In seiner großen Schau ‚Die Kunst ist weiblich‘ ließ er die Besucher 2008 in Leipzig noch einmal einen Blick in sein Schlafzimmer werfen: Neben seinen erotischen Fotografien hatte Sachs sein Gemach aus St. Tropez nachbilden lassen, mit roten Satin-Bezügen und Pop-Art-Waschbecken – braven Bürgern zum voyeuristischen Vergnügen. (…) Eine so geschmackssichere und selbstironische Rückschau würde man nicht jedem Jet-Setter zutrauen. Sachs selbst sah sich als letzten seiner Art. Ob sein Typus noch einen Platz in der heutigen Gesellschaft habe, wurde er 2007 gefragt: ‚Heute hat jeder einen Ferrari, aber nicht mehr die Erziehung. Also, es geht nicht mehr.’"
Faz.net:
"Überhaupt war Gunter Sachs der Playboy schlechthin, die Inkarnation gewissermaßen. Aber ganz bestimmt nicht, weil er sein Leben leichtsinnig vertändelt hätte. Das Plänkeln lag ihm nicht im Blut. Wer ihm begegnete, erkannte schnell, dass er dafür gewissermaßen zu streng war, vor allem mit sich selbst. Außerdem war er ein einsatzfreudiger Spieler auf vielerlei Feldern. Seine vielfältigen Begabungen und Fähigkeiten erlaubten es ihm. Dass die Frauenliebe unbedingt zu seinen Domänen zählte, gehört so gut hierher, wie seine ungebrochene Haltung als ein Ehrenmann, der niemals die Gebote der Diskretion verletzte."
Spiegel Online:
"Das Leben, es war für Gunter Sachs ein Gesamtkunstwerk. Er war in Schweinfurt zur Welt gekommen, aber bald lebte er nur noch in der von ihm selbst entdeckten und gestalteten Welt zwischen St. Tropez und St. Moritz. Ein Parallelkosmos, in dem alles Hässliche Hausverbot hatte. (…) Geschlafen hat er offenbar nie. Feiern war bei Sachs Arbeit. Und Arbeit eine Feier. Partys waren eine Aufgabe, der man sich mit ganzem Einsatz stellte. 72 Stunden sollen sie in den besten Zeiten des Marathon-Mannes gedauert haben, man gab sich ihnen hin, man opferte sich für sie auf."
Bild.de
"Lieber Gunter Sachs, es ist sehr schwer, über Ihre letzte Reise zu schreiben. Obwohl Sie immer ein Reisender waren. Sie reisten Ihr Leben lang der Sonne nach. Saint-Tropez, Los Angeles, Bahamas. Dass Sie jemals freiwillig zum Tod reisen würden, zur extremsten Reise aufbrechen, verstehe ich nicht. (…) Wie viel Unglück war auf dieser Erde? Warum floh er? Irgendwann wird es eine medizinische Erklärung geben, warum der lebenslustigste Deutsche Selbstmord beging."
taz.de:
"Er war der Beweis, dass es auch cool ging: Als hierzulande der Mann als solcher sich eben von der Rolle des Soldaten, Bücklings oder Herrenmenschen zu verabschieden beginnen musste, lieferte er ein faszinierendes Gegenbild – Gunter Sachs. Spross einer reichen Familie aus dem Fränkischen, war er der deutsche Part im Societyzirkus dieser glamourösen Ära."

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