“Bezahlt wird, was es anderswo nicht gibt”

Die FTD bittet zur Kasse. Seit Montag liefert FTD.de einen Teil seines Angebots als Premium-Content aus. Ausgewählte Artikel, die "auf tiefgründigem Fachwissen oder einer aufwendigen Recherche" basieren, müssen fortan mit einem Tagesticket oder über ein Premium-Abo bezahlt werden. Nicht die einzige Neuerung: Die FTD gibt es auch als ePaper auf dem iPad zu lesen. Ein Abo lässt sich nur über eine eigens gestaltete Web-App abschließen. Vorbei an Apples Restriktionen für Digital-Abos.

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Hier in Kürze, was sich bei der Financial Times Deutschland ändert:

– Ausgewählte Artikel sind fortan nur gegen Bezahlung erhältlich. “Bezahlt wird, was es anderswo nicht gibt”, erklärt FTD-Chefredakteur Steffen Klusmann. Das gelte natürlich nicht für den täglichen Nachrichtenüberblick, sondern vielmehr für exklusive Printinhalte und etablierte Kolumnen. “Exklusives wird es aber weiterhin kostenlos bei uns geben”, so Klusmann. Das Projekt gilt als Testlauf für sämtliche G+J-Wirtschaftsmedien.

– Bislang sind die Premium-Inhalte in einem gesonderten Kasten auf der Webseite untergebracht. Zum Angebot gehört momentan eine Reportage aus dem Agenda-Ressort zur Genkartoffel sowie das “Kapital” und eine Kolumne. “In den nächsten Tagen und Wochen werden wir diese Inhalte aber konsequent im normalen Nachrichtenstream unterbringen, um die Leser für das Angebot zu interessieren.”

– Bezahlt wird entweder über ein Digital-Abo für 24,90 Euro im Monat oder via Tagesticket für 2,20 Euro. Print-Abonennten zahlen momentan 42 Euro im Monat. Damit haben Sie auch Zugriff auf alle Digital-Abo-Features.
Das Tagesticket bietet bisher Zugriff auf zehn Dowloads und das ePaper. In den kommenden Wochen wird der Preis auf 2,50 Euro angehoben. Dafür gibt es unbegrenzte Downloads.

Das Digital-Abo gibt vollen Zugriff auf die iPhone- und iPad-App, außerdem alle Ausgaben der FTD als ePaper, die Sonderbeilagen und das neu geschaffene Premium-Angebot von FTD.de. Die FTD gibt es fortan als iPad-App, genauer: als ePaper.  Die Einzelausgabe läuft bereits um 22.30 Uhr des Vortages im Appstore ein. Zusätzlich zur Ausgabe bekommen Leser einen Liveticker ausgeliefert. Artikel können via Mail an Freunde weitergeleitet werden. Zeitgleich startet man ein, zumindest für den deutschen Markt, interessantes Projekt und launcht eine HTML5-App für die Abwicklung der Digital-Abos.

Auch wenn Erinnerungen an die jüngst errichtete Paywall der New York Times wach werden, so kann man bei der FTD bislang allenfalls von einem “Payzaun” sprechen. Man geht am Baumwall nicht davon aus, durch das Bezahlexperiment an Reichweite zu verlieren. Gleichzeitig berichtet man, dass FTD.de seit längerem “gut profitabel” sei. So wird das Projekt auch finanziell von FTD.de geschultert. Mit dem Aufbau einer Premiumsparte würden außerdem mehr Printinhalte ins Web gehievt werden. Zur Dauer der Testphase machte man keine Angaben. Allerdings sei durchaus geplant, die Strategie auf die anderen Wirtschaftsmedien von Gruner + Jahr auszuweiten.

Bislang wird das Digital-Angebot automatisiert erstellt. Trägt es Früchte, würden die Inhalte mit dem geplanten neuen Redaktionssystem aber von einem kleinen Team “angefasst und multimedial aufbereitet werden”, so Klusmann.

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